Glarner Wölfe dürfen geschossen werden: Bund bewilligt Gesuche
Noch am Montag hatte sich der Glarner Regierungsrat Kaspar Becker (Die Mitte) darüber beschwert, dass der Bund die Glarner Regulierungsgesuche für mehrere Wölfe nur schleppend bearbeite. «Ich kann nicht nachvollziehen, was noch passieren muss, bis wir etwas machen können», sagte er zu SRF.
Schon einen Tag später ist jetzt der Bescheid aus Bern bestätigt worden: Der Kanton Glarus darf zwei der fünf Jungtiere des Kärpfrudels schiessen. Dazu darf auch einer von drei Jungwölfen des Schiltrudels erlegt werden.
Gegenüber den «Glarner Nachrichten» zeigt sich Becker nun erleichtert über die Bewilligung. «Wir sind froh, dass wir jetzt wissen, woran wir sind. Die Betroffenen hatten gleich wie wir Mühe zu verstehen, warum die Entscheide nicht schneller gefallen sind.»
Abschüsse brauchen womöglich Zeit
Die Abschüsse dürfen nur ausserhalb der eidgenössischen Jagdbanngebiete erfolgen. Das grösste befindet sich rund um den Freiberg, wo sich auch das Kärpfrudel oft aufhält. Die Tiere sollen von Wildhütern erlegt werden. Wie der Kanton am Dienstag mitteilte, rechnet er damit, dass es dauern könnte, bis alle Tiere erlegt sind. Bei den letzten bewilligten Regulierungsgesuchen dauerte es mehrere Monate, bis die Wildhut die Jungtiere erlegen konnte.
«Die Wildhut muss auf günstige Gelegenheiten warten, etwa wenn die Wölfe an entdeckte Risse zurückkehren oder sich bei Schneelagen wieder vermehrt im Talboden bewegen», heisst es. Derzeit seien die Wölfe noch weiträumig im ganzen Kanton unterwegs.
«Der Abschuss von Jungwölfen ist sehr anspruchsvoll, da die Unterscheidung der Jungtiere von den Adulten immer schwieriger wird», schreibt der Kanton. Um das Risiko eines Fehlabschusses zu minimieren, werden keine Jägerinnen oder Jäger zur Unterstützung der professionellen Wildhut beigezogen, «Ein Fehlabschuss, zum Beispiel der Abschuss des Muttertieres statt eines Jungwolfs, kann zu einer Desorganisation oder dem Auseinanderfallen des Rudels führen», erklärt der Kanton den Entscheid. Es bestehe dann die Gefahr, dass die unerfahrenen Jungwölfe sich eher auf die verhältnismässig leichte Beute wie Schafe oder Ziegen konzentrieren und mehr Schäden verursachen.