GKB vergibt Hypotheken mit Negativzinsen
Normalerweise nimmt man eine Hypothek auf und bezahlt dafür einen monatlichen Zins an die Bank für das zur Verfügung gestellte Geld. Die aktuelle Marktlage dreht diesen «Normalfall» auf den Kopf. So hat die Bündner Kantonalbank (GKB) bestätigt, dass «bei institutionellen Kunden mit sehr grossem und gleichzeitig sehr kurzfristigem Finanzierungsbedürfnis (...) Minuszinsen zur Anwendung kommen» können. Dies sagte GKB-Sprecher Thomas Müller gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Welche Kundengruppen explizit von den negativen Hypothekarzinsen profitieren, will die Kantonalbank nicht preisgeben.
GKB eine von wenigen
Dass ein Schuldner mit hoher Bonität für die Kreditaufnahme Geld von der Bank erhält, stellt in der Schweiz ein Tabubruch dar, der aber aus Sicht einzelner Banken rational begründet werden kann: Banken bezahlen heute für das ungenutzte Geld, das sie bei der Schweizerischen Nationalbank parkieren, einen Negativzins von –0,75 Prozent. Da macht es aus ihrer Sicht Sinn, in Spezialfällen den Kreditnehmern einen Zins in Höhe von –0,2 bis 0,35 Prozent zu bezahlen.
Minuszinsen für Eigenheimbesitzer sind in der Schweiz im Moment dagegen (noch) nicht realistisch.
Die GKB stellt zusammen mit der Zuger Kantonalbank die einzige Kantonalbank in der Schweiz dar, die solche Bankkredite mit Negativzinsen in Einzelfällen bestätigt. Für die meisten übrigen Kantonalbanken (Zürich, Basel, Bern, Waadt und Genf) komme die Vergabe von Hypothekarkrediten zu Null- und Minuszinsen nicht infrage, schreibt der «Tages-Anzeiger» weiter. (bae)