Gesucht: 20 Bauernhöfe, die CO2-Ausstoss um 30 Prozent reduzieren
Klimawandel und Landwirtschaft: Eine wechselseitige Beziehung. Bei grossen Hitzeperioden als Folge des Klimawandels leidet die Landwirtschaft, hat Ernteausfälle und Futterknappheit zu beklagen. Gleichzeitig trägt sie in grossem Mass zum CO2-Ausstoss bei, welcher die Klimaerwärmung massgeblich verursacht. Während die Politik Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft thematisiert, sprechen angehende Landwirte in ihrer Ausbildung nicht über diese Themen, wie die «Rundschau» von SRF letzte Woche aufzeigte. Zusammenhänge zwischen der Landwirtschaft und der Umwelt würden im Lehrplan fehlen: so zum Beispiel das Artensterben durch Pflanzenschutzmittel, die Lebensmittelverschwendung (Foodwaste) durch Überschussproduktion oder die Klimaerwärmung durch Viehhaltung. Dies, obwohl das Bundesamt für Umwelt bei der Teilrevision des Bildungsplans vor drei Jahren forderte, die Nachhaltigkeit zu thematisieren.
«Der Bildungsplan der Landwirtschaft unterliegt derzeit einer grossen Revision», sagte die Bildungsverantwortliche des Bauernverbandes, Petra Sieghart, gegenüber der «Rundschau». 2023 sei die Bildungsrevision abgeschlossen, so Sieghart. «Der Klimawandel wird zum Thema im neuen Lehrplan», verspricht sie.
Vor allem aktive Landwirte angehen
In Graubünden kann man die Anschuldigungen der «Rundschau» gegenüber der landwirtschaftlichen Ausbildung nicht ganz nachvollziehen. «Klimawandel und Klimaschutz sind für mich keine Inhaltsthemen, die man irgendeinem Fach zuordnen muss», erklärt Plantahof-Direktor Peter Küchler gegenüber Radio Südostschweiz. «Vielmehr sind es Umsetzungsthemen.» Küchler ist überzeugt, dass man sich quer durch alle Ausbildungsbereiche – von der Tierhaltung über den Pflanzenbau bis zur Maschinenkunde – diesem Thema annehmen müsse. Damit sei jede Lehrkraft mit diesem übergreifenden Thema konfrontiert. «Denn Ansätze für den Klimaschutz gibt es in jedem Bereich», so Küchler.