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Schweiz & Welt

Fahrlehrer: «Irgendwo kann man immer überall einen Riegel vorschieben»

Südostschweiz
10.05.2019, 16:59 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

In einem aktuellen Bericht schlägt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) vor, Autofahrern, die jünger als 25 Jahre alt sind und sich in der Probephase befinden, das Fahren in der Nacht oder mit jungen Mitfahrern zu verbieten. Unfälle mit Jugendlichen als Insassen eines Autos würden häufig nachts und insbesondere an Wochenenden ereignen, berichtet das Online-Portal «20min». Fahre eine Gruppe junger Menschen nach dem Ausgang nach Hause, sei das Unfallrisiko laut Marc Kipfer von der BfU massiv grösser, heisst es.

«In gewissen US-Bundesstaaten und auch in Australien wird jungen Lenkern, die den Ausweis noch nicht lange haben, verboten an Wochenendnächten zu fahren und viele Passagiere dabei zu haben», sagt Kipfer auch auf Anfrage von Radio Südostschweiz. «Wir gehen davon aus, dass dies die Unfallzahlen bei jungen Leuten auch bei uns senken würde.» Allerdings schreibe man im Bericht auch, dass dies hierzulande nicht möglich und gesellschaftlich auch nicht erwünscht sei. Solche Sachen zu überprüfen, sei jedoch der Auftrag der BfU. «Wir fordern ein solches Verbot nicht auf politischer Ebene. Wir vergleichen einfach was in anderen Ländern funktioniert», so Kipfer.

Fahrpraxis würde zur Mangelware werden

Der Schweizerische Fahrlehrerverband sehe ein solches Verbot nicht als eine langfristige Lösung an, unterstütze den Vorschlag aber, schreibt «20min». Bruno Schlegel vom Fahrlehrerverband des Kantons Graubünden sieht das anders. «Ich persönlich bin gegen ein solches Verbot», sagt er gegenüber Radio Südostschweiz. «Irgendwo kann man immer überall einen Riegel vorschieben.» Zu viele Einschränkungen und am Ende kämen Jugendliche überhaupt nicht mehr zum Fahren. «Wann sollen sie Fahrpraxis holen?», fragt Schlegel und fügt an, dass auch Jugendliche, die bei der Arbeit in der Nacht oder beim Militär auf ein Auto angewiesen seien, vor Problemen stehen würden.

«Man muss anders durchgreifen», so Schlegel. Handlungsbedarf gäbe es nämlich schon. Obligatorische Ausbildungen und Weiterbildungen, in der Grundausbildung oder später, seiner Ansicht nach eine bessere Lösung. (rac)

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