«Es sieht das erste Mal seit langer Zeit wieder positiv für die Gastronomie aus»
In Graubünden sind Restaurants und Bars aufgrund der Coronakrise seit Wochen geschlossen. Für die betroffenen Betriebe eine schwierige Situation: Die Einnahmen fehlen und die Fixkosten müssen bezahlt werden. Wiederholt hat die Gastrobranche darum auf ihre missliche Lage aufmerksam gemacht. Nun scheint es, dass der Bundesrat reagiert. Am Mittwoch will die Landesregierung nämlich neue Beschlüsse verkünden. Franz Sepp Caluori, Verbandspräsident von Gastro Graubünden, erklärt im Interview mit Radio Südostschweiz, was er sich von der Bundesratssitzung erhofft – und wie er die Protestaktion «#wirmachenauf» erlebt hat.
Herr Caluori, die Protestaktion «#wirmachenauf» hat grosses mediales Echo ausgelöst. Wie haben Sie die Aktion in Graubünden erlebt?
Franz Sepp Caluori: Soweit ich weiss, hat die Aktion in Graubünden praktisch nicht stattgefunden. Wir haben jedenfalls keine Reaktionen erhalten. Im Vorfeld hatte es zwar zwei Reaktionen von Restaurants in Davos gegeben, aber diesen haben wir von der Aktion abgeraten und erklärt, dass wir uns mit Entschädigungen auseinandersetzen. Sie haben es dann bleiben lassen.
Im Interview von vergangener Woche haben Sie erwähnt, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für eine solche Aktion ist. Man kann also fast sagen, Ihre Mitglieder sind Ihnen gefolgt?
Ja, das kann man tatsächlich so sagen. Wir sind natürlich näher an der Regierung und den Entscheidungsträgern dran. So wissen wir ungefähr, was herauskommt. Solche Aktionen dann mitzumachen, wäre nur kontraproduktiv gewesen. Wir wollen ja in einem guten Verhältnis mit den Entscheidungsträgern stehen.