«Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für ‹Wir machen auf›»
Aufgrund der Coronakrise sind schweizweit die Restaurants geschlossen. Für die betroffenen Betreiber teils unverständlich, sodass sich einige nun gegen die Beschlüsse des Bundesrats stellen wollen. Unter dem Hashtag «#wirmachenauf» rufen verschiedene Gastronomen schweizweit auf Social-Media-Plattformen dazu auf, ihre Betriebe am Montag zu öffnen – trotz der geltenden Massnahmen. Radio Südostschweiz hat bei Franz Sepp Caluori, Verbandspräsident Gastro Graubünden, nachgefragt, wie er das Vorhaben der «#wirmachenauf»-Bewegung empfindet.
Herr Caluori, was halten Sie als Vorsteher von Gastro Graubünden von den Absichten der Bewegung?
Franz Sepp Caluori: Im Moment ist es nicht der richtige Zeitpunkt dazu, glaube ich. Wir warten jetzt bis am Mittwoch, was der Bundesrat betreffend Entschädigungen sagt. Erst wenn dann kein Signal von Bern oder seitens Kanton kommt, kann man über weitere Massnahmen reden. Wir sind am Donnerstag ausserordentlich im Vorstand zusammengekommen und solche Massnahmen haben wir auch ins Auge gefasst, aber wir wollen den Mittwoch abwarten.
Haben Sie als Wirt auch Verständnis für solche «radikale Aktionen» wie «#wirmachenauf»?
Ja, selbstverständlich habe ich Verständnis. Jeder will gerne wieder arbeiten. Wenn der Bundesrat dies wegen der Corona-Zahlen verbietet, ist die Aktion im Moment eher kontraproduktiv. Wir versuchen es am Samstag mit einem Aufruf in den Bündner Medien an die Bündner Regierung und den Bundesrat. Sie sollen vorwärtsmachen und die Coronakrise nicht auf dem Rücken der Gastronomen austragen.