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Schweiz & Welt

Ernst Bromeis bricht Expedition durch Baikalsee ab

Südostschweiz
23.07.2019, 06:44 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Ernst Bromeis (51) war am 11. Juli in Kultuk am Südwestende des Baikalsees gestartet und hatte seither schwimmend fast 60 Kilometer zurückgelegt. Sein Ziel war es gewesen, den See in Russland entlang des östlichen Ufers in seiner gesamten Länge von rund 900 Kilometern zu durchschwimmen. Nun leidet der Bündner Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer seit mehreren Tagen unter Herz-Rhythmusstörungen.

«Nachts rast mein Herz – an erholsamen Schlaf ist nicht so zu denken», erklärt Bromeis in einer Mitteilung. «Tagsüber im Wasser fehlt es mir dann an Energie. Zudem begleitet mich ein Gefühl der Unsicherheit, denn eine Herzkrise im Wasser wäre lebensbedrohlich.» Östlich der Stadt Baikalsk musste er die Expedition deshalb abbrechen.

Bündner Wasserbotschafter will in Sibirien schwimmen

Der Baikalsee hat für Bromeis eine ganz besondere Bedeutung: «Er ist ein Meer – und die grösste Süsswasserreserve der Erde. Auch nach den Erkundungen und Tage nach Beginn der Expedition kann ich kaum fassen, wie unendlich gross und mächtig der Baikal ist. Mit dem Durschwimmen des Baikalsees wollte Bromeis auf die Problematik von Wasserflaschen aus Plastik aufmerksam zu machen.

Die Vorbereitungen zur diesjährigen Expedition hatten vor mehr als zwei Jahren begonnen. An Land wurde er von drei Personen begleitet, gekocht und geschlafen wurde in Zelten, technische Hilfsmittel waren auf ein Minimum reduziert. Meist schwamm Bromeis ganz allein. Ein Sicherheitsboot begleitete ihn nur bei besonders risikoreichen Passagen.

Seit 2007 engagiert sich Bromeis hauptberuflich als Wasserbotschafter und Grenzschwimmer für die Sensibilisierungsprojekte. 2014 hatte er den Rhein von der Quelle in den Alpen zur Mündung in Holland durchschwommen. (so)

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