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Schweiz & Welt

Surses wehrt sich: «Kommunikation des Bundesamts entspricht nicht den Tatsachen»

Südostschweiz
03.01.2023, 17:43 Uhr
gestern um 16:56 Uhr

Die Mitteilung aus Bern vom 27. Dezember hat bereits für einigen Unmut in Romanischbünden gesorgt: Die beiden Gemeinden Surses und Muntogna da Schons, so das Bundesamt für Statistik, würden neu nicht mehr zur romanischen, sondern zur deutschen Schweiz gehören. Dies aufgrund der jüngsten durchgeführten Strukturerhebung. Dagegen protestiert nun nach der Lia Rumantscha (LR) auch die Gemeinde Surses. Sie hält in einer am Dienstag publizierten Medienmitteilung in Absprache mit der LR fest, die Interpretation aus Bern sei nicht korrekt und habe «für viele Irritationen und Konfusionen» gesorgt. «Die Gemeinde Surses ist und bleibt auch weiterhin eine romanische Gemeinde mit Rätoromanisch als Amts- und Schulsprache.» Der Gemeindevorstand von Surses sei auch im Vorfeld der Publikation nicht vom Bundesamt informiert worden und habe folglich auch nicht rechtzeitig intervenieren können.

«Klar eine einsprachige romanische Gemeinde»

Die Zuordnung der Gemeinden zu den Sprachgebieten werde durch das Sprachengesetz des Kantons Graubünden geregelt. Und da in Surses 50,6 Prozent der Personen Rätoromanisch als Hauptsprache angeben würden, gelte Surses gemäss dem Gesetz klar als einsprachige romanische Gemeinde. «Die Kommunikation des Bundesamts, die suggeriert, dass die Gemeinde Surses neuerdings der deutschen Schweiz angehöre, entspricht nicht den Tatsachen.» Zudem könnten auch die Kriterien der Strukturerhebung infrage gestellt werden. «Um ein verlässliches Bild der Sprachsituation zu erhalten, müssten wohl die Erhebungskriterien beim Bundesamt angepasst werden.» Ob dies möglich und sinnvoll sei, werde die Gemeinde Surses mit der LR erörtern. (jfp)

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