Das Büsi kommt nur rein, wenn die Beute draussen bleibt
von Michel Wassner
Eine Idee für die Katz, die hatten Denis Widler und sein Bruder Oliver aus Freienbach. Sie mögen die flauschigen Büsis, nicht aber das Getier, das sie immer wieder ins Haus schleppen – Mäuse, Vögel, Schlangen. Deshalb fragten sich die zwei Höfner: Wäre es nicht optimal, wenn Frösche und Co. gar nicht erst hineinkämen? Sie entwickelten eine «intelligente» Katzenklappe, Flappie.
Die Zwillingsbrüder sind selbst mit Büsis aufgewachsen. An Prototypen bastelte Oliver schon während des Studiums. Nach dem Abschluss nahm er sich die Zeit, das Produkt fertig zu entwickeln. Dann beendete auch Denis sein Studium und beide entschieden, gemeinsam 100 Prozent in ihre Katzentür zu investieren. Oliver hat einen ETH-Abschluss in Maschinenbau, Denis einen HSG-Abschluss im Business-Bereich. Oliver sagt: «Wir ergänzen uns sehr gut.» Die ETH habe sie unterstützt mit Equipment und Know-how durch das Student Project House. «Auch hatten wir stets Austausch mit anderen Studenten und Start-ups an der ETH. Die Entwicklung stammt aber zu 100 Prozent von uns.»
Ausserdem sind sie noch bei Innosuisse, dem Start-up-Programm des Bundes. «Dort bekommt man kein Geld, aber verschiedene indirekte Hilfe.» Mittlerweile haben die Brüder eine GmbH gegründet und im Rahmen des Flappie-Innovator-Programms testen bereits zehn Haushalte ihre Katzentür.
Trefferquote: 90 Prozent
Die Technik ist kompliziert, das Prinzip simpel: Hat die Katze ein Tier im Maul, sperrt Flappie. Sorge, dass die Klappe das eigene Büsi nicht mehr ins Haus lässt, brauche man nicht zu haben, sagen die Entwickler. Die Trefferquote für die Beuteerkennung sei gut, liege aktuell bei 90 Prozent. «Durch die Testphase bekommen wir jetzt viel mehr Daten und können so den Algorithmus verfeinern. Unser Ziel ist, jede Beute zu erkennen.» Übrigens: Sind Katzen gechipt, kann man Flappie so einstellen, dass nur das eigene Tier hereingelassen wird. Zu Künstlicher Intelligenz (KI) sagt Oliver: «Der Computer lernt, was visuell um ihn herum passiert, er interpretiert und versteht. Und erkennt, wenn die Katze verschiedene Tiere im Maul hat. Die Detektion erfolgt innerhalb von Flappie, wodurch die Privatsphäre der Benutzer geschützt wird.»