Ein Kehrichtsack im Monat wird «illegal» entsorgt
Für eine 35-Liter-Rolle gebührenpflichtiger Abfallsäcke (zehn an der Zahl) muss mit einem Preis von bis zu 30 Franken gerechnet werden. Eine Ausgabe, um die man nicht herumkommt und die regelmässig anfällt. Trotzdem kommt es vor, dass Menschen neutrale Säcke statt Gebührensäcke in die Moloks werfen. Die zuständigen Gemeinden versuchen jeweils, diese Personen ausfindig zu machen und den Verstoss zu ahnden.
Gemeinden entgehen Gebühreneinnahmen
Wenn falsche Säcke in den Moloks landen, seien es meist schwarze, neutrale Säcke, sagt Ernst Schild, Leiter des Bauamtes Domat/Ems. «Man kann nicht wirklich sagen, dass das ein Problem ist, aber wir tolerieren es natürlich nicht.» Wenn ausfindig gemacht werden könne, wer den Nicht-Gebührensack in den Molok geworfen habe, dann werde die Person zur Rechenschaft gezogen und allenfalls gebüsst.
Eine solche «falsche» Entsorgung sei durchaus ein Problem, sagen die Industriellen Betriebe Landquart auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Sowohl das mit der Leerung beauftragte Unternehmen als auch die Kehrichtverbrennungsanlage stellen den Industriellen Betrieben Landquart die – in der Gemeinde gesammelte – Kehrichtmenge nach Gewicht in Rechnung. Bei Verwendung eines neutralen Abfallsackes oder eines Abfallsackes aus einer anderen Gemeinde entgehen den Industriellen Betrieben Landquart die Gebühreneinnahmen.
Unangenehmer zusätzlicher Aufwand
Um die Personen ausfindig zu machen, die widerrechtlich neutrale Säcke in die Moloks werfen, werde in den Abfallsäcken nach Hinweisen gesucht. «Da haben wir leider keine andere Möglichkeit. Wir müssen den entsprechenden Sack meist im Nachhinein untersuchen, indem wir ihn auseinandernehmen und schauen, ob wir einen Hinweis finden», so Ernst Schild. Denn die Leute auf frischer Tat zu ertappen, sei praktisch unmöglich. Dieses Vorgehen bedeute nicht nur mehr Aufwand, sondern sei auch sehr unangenehm.
Zehn bis 15 Fälle pro Jahr
Im Durchschnitt kommt in Domat/Ems ein «falscher» Kehrichtsack etwa ein Mal pro Monat vor. Das sind etwa zehn bis 15 Fälle pro Jahr, die gelöst und gebüsst werden müssen. Auch den Industriellen Betrieben Landquart sind nur wenige Fälle pro Jahr bekannt, in denen nachweislich keine Gebührensäcke verwendet worden sind. Die Dunkelziffer könne aber nicht beziffert werden, heisst es dort.
Wenn es sich tatsächlich um ein Verschulden handle, das auf eine Person zurückgeführt werden könne, dann würden mindestens 100 Franken in Rechnung gestellt, sagt Schild. Auch bei den Industriellen Betrieben Landquart werden aufgeflogene Personen verzeigt. Der Gemeindevorstand habe zu entscheiden, ob ein Verweis (in leichten Fällen) oder eine Busse (bis 1000 Franken bei fahrlässiger Widerhandlung, bis 20‘000 Franken bei vorsätzlicher und grobfahrlässiger Zuwiderhandlung) ausgesprochen werde.
Dass Leute ihren Abfall anonym entsorgen, habe es schon früher gegeben. Es werde immer ein paar schwarze Schafe geben, die Gebühren erschleichen.
Die Preise sind unterschiedlich hoch
Die Preise für Gebührenabfallsäcke sind nicht in jeder Gemeinde gleich hoch. Beispiele zeigen aber, dass es sich nicht wirklich lohnt, seinen Abfall in einer anderen Gemeinde zu entsorgen, da die Preise im Grossen und Ganzen schon recht nahe beieinander liegen.
Wie hoch sind die Gebührensäcke in Eurer Gemeinde? Schreibt es uns in den Kommentaren.