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Schweiz & Welt

Angeschlagenes Läderach-Image: Esaf hinterfragt laut Medienbericht Sponsoring durch Chocolatier

Ueli Weber
24.09.2023, 17:42 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Der Ennendaner Chocolatier Läderach kämpft nach der Ausstrahlung einer SRF-«Dok» um seinen Ruf. In dieser berichten ehemalige Schüler über Missbrauch und Schläge an einer von Jürg Läderach mitbegründeten Privatschule. Der ehemalige Unternehmenspatron hat sich zwar anfangs 2022 aus der Firma zurückgezogen, diese sieht sich trotzdem mit einem grossen Imageschaden konfrontiert.

Am Samstag beendete das Zurich Film Festival seine Partnerschaft mit dem Schokoladehersteller. Noch am Freitag hatte sich die Filmveranstaltung hinter Läderach gestellt. Weitere Partner könnten folgen: Laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» macht sich auch die Geschäftsleitung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) 2025 Gedanken über das Sponsoring durch Läderach. Der Schokoladenhersteller ist beim Schwingfest im eigenen Kanton einer der Hauptsponsoren. 

Zurich Film Festival beendet Partnerschaft mit Läderach

Man habe die SRF-«Dok»-Sendung mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen, teilte das Esaf gegenüber dem «Tages-Anzeiger» mit. «Die Geschäftsleitung ist im Begriff, sich über die weitere Entwicklung der Thematik einen Überblick zu verschaffen», hiess es demnach.

«Gemeinsam Partnerschaft beendet»

Wie das Zurich Film Festival am Samstagabend mitteilte, ist die Trennung von Läderach eine Reaktion auf die von Schweizer Fernsehen SRF ausgestrahlte Dokumentation. Der am Donnerstag ausgestrahlte Dokumentarfilm habe «alle aufgewühlt», hiess es in der Mitteilung des Filmfestivals. Nach einem «offenen Austausch» hätten das Festival und die Schokoladenfirma «gemeinsam entschieden, ihre Partnerschaft zu beenden».

Obwohl keine Vorwürfe an die aktuelle Firmenleitung von Läderach im Raum stehen würden, «wird das Leid der mutmasslichen Opfer doch mit dem Familien- und Firmennamen in Verbindung gebracht», schrieb das Festival-Management.

Johannes Läderach trennte sich von Glaubensgemeinschaft

Jürg Läderach, bis 2022 Präsident des Chocolatiers, hatte die evangelikale Schule «Domino Servite» in Kaltbrunn 1995 mitbegründet. Ehemalige Schülerinnen und Schüler berichteten in der SRF-Sendung «Dok» von Schlägen mit Gürteln sowie von einem Klima der Angst in der strenggläubigen Einrichtung. Der ehemalige Unternehmenschef wies in einer eidesstattlichen Erklärung Vorwürfe zurück, er sei persönlich an Misshandlungen beteiligt gewesen. 

Sein Sohn Johannes Läderach, seit 2018 Geschäftsführer des Unternehmens, erklärte gegenüber Tamedia, er habe diese Schule selbst besucht. Er könne das Klima der Angst bestätigen. Geschlagen worden sei er dort nicht. Es belaste ihn, dass er die Missbräuche nicht habe verhindern können. Innerhalb der Freikirche habe ein Untersuchungsbericht 2019 einen Wandel angestossen. Die Kirchenleitung sei zurückgetreten. Er selbst trennte sich von dieser Glaubensgemeinschaft. (sda)

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