Die Schmittener warten noch lange auf eine Umfahrung
«Schmitten bekommt eine Umfahrung für 17 Millionen Franken» – So lautete eine Schlagzeile im Jahr 2011. Damit schien ein bereits seit längerem andauernder Konflikt durch einen Entscheid der Regierung beendet. Doch weit gefehlt: Acht Jahre sind seither vergangen und nun hat das Bundesgericht die Suche nach einer Lösung, um das Dorf Schmitten vom Durchgangsverkehr zu erlösen, erneut auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Es hat nämlich die Beschwerden der Umweltverbände gegen die zuletzt geplante Umfahrungsstrasse gutgeheissen, wie der WWF am Mittwoch in einer Mitteilung, erfreut, schreibt. Für die Verkehrsprobleme im engen Dorfkern gebe es auch andere Lösungen.
Wie der WWF schreibt, bewertet das Bundesgericht das öffentliche Interesse, die Terrassenlandschaft südlich von Schmitten zu erhalten, als grösser ein als sie zugunsten einer Umfahrungsstrasse zu opfern. Damit sei klar, dass der Kanton zurück auf Feld eins müsse, um für Schmitten eine andere Lösung zu finden, die Rücksicht nehme auf die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft. Als einfachste und am schnellsten umsetzbare Lösung sieht der WWF etwa eine Lichtsignalanlage im Dorf, die verhindern würde, dass der Verkehr sich an den engsten Stellen kreuzen würde.
Wenn das Dorf vollständig vom Durchgangsverkehr befreit werden soll, so schreibt das Gericht laut Mitteilung, könne der Kanton die bereits bestehende Variante mit einer Nordumfahrung im Tunnel weiterverfolgen. Auch wesentlich höhere Kosten seien kein Grund diese Variante von vornherein auszuschliessen. Gemäss Bundesgericht seien die höheren Kosten im Interesse der Erhaltung einer wertvollen Natur- und Kulturlandschaft gerechtfertigt. (ofi)