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Schweiz und Welt

Der Saharastaub raubt uns förmlich den Atem

Jasmin Schnider (JAC)
17.03.2022, 16:42 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Der Saharastaub, der sich seit Dienstag in unserer Luft breitmacht, ist kaum zu übersehen. Autos kommen in einem Leopardenmuster daher, und auf vielen Gartenmöbeln liegt eine braune Staubschicht. Zudem erinnert der Blick aus dem Fenster an eine Sepia-Fotografie. Doch auch wenn dadurch atemberaubende Bilder entstehen: Ganz ungefährlich ist dieses Wetterphänomen nicht.

«Man sieht regelrecht, wie dreckig die Luft aufgrund des Saharastaubs ist», sagt Klaus Marquardt von Meteonews. Daher ist es naheliegend, dass sich Phänomen auch auf unsere Luft auswirkt. Vor allem in den mittleren Lagen sind die Feinstaubkonzentrationen aktuell stark erhöhe, denn mittlerweile sinke der Saharastaub in tiefere Luftschichten, so Marquardt. Und je länger Saharastaub bei uns in der Luft schwirre, desto tiefer sinke der Staub.

Spitzenwerte in Davos

In Davos beispielsweise konnte das Bundesamt für Umwelt am Donnerstagvormittag eine Feinstaubkonzentration von rund 180 Mikrogramm pro Kubikmeter messen. Am Nachmittag waren es gemäss Marquardt gar über 240 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Grenzwert, welcher bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt, wurde somit gut um das Vierfache überschritten.

Solche Werte seien jedoch nicht nur in der Südostschweiz anzutreffen. «Davos ist nur ein Musterbeispiel», stellt Marquardt klar. In Lagen um 1500 Meter über Meer in der Zentralschweiz und im Berner Oberland würden sich ähnlich hohe Werte zeigen. 

Vorsicht bei Atemwegserkrankungen

Für Personen, die an Atemwegserkrankungen wie Asthma leiden, könnte diese hohe Feinstaubkontenration gefährlich sein, erklärt der Meteorologe. «Es ist einleuchtend, dass es nicht sehr gesund sein kann, wenn man zu viel von diesem Staub einatmet.» Denn dadurch werde der Staub in tiefere Lungenregionen verfrachtet. Personen, die beim Atmen etwas empfindlicher seien, sollten daher diese Tage etwas vorsichtiger sein, empfiehlt Marquardt. 

All zulange sollte dieser Zustand jedoch nicht mehr andauern. Bis Freitag sei Saharastaub noch in unserer Luft. Ab Samstag bessere das Wetter dann wieder. Dafür sorge eine Strömung, die «den Saharadreck» in Richtung Frankreich wegschütte, erklärt Marquardt. Es seien sogar Sonne, blauer Himmel und eine klare Sicht zu erwarten.

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