Der Puffer machts
Rund ums Chalet Bello, dem Stütz- und Verpflegungspunkt der WEF-Fahrer, sind die mobilen Ladecontainer platziert. Sie machen es möglich, die 139 Fahrzeuge zählende Flotte zu laden, ohne dabei die Stromversorgung von Davos zu gefährden. «Mit unserer Pufferlösung können wir Strom aus dem regulären Netz entnehmen, ihn zwischenspeichern und dann bei Bedarf schnell wieder abgeben», erklärt Stefan Waltl, technischer Projektleiter im Bereich Ladetechnik, das Prinzip. «Das funktioniert wie bei einem Regenfass, wo oben langsam gefüllt wird, während aus dem Zapfen unten grosse Mengen fliessen können.» Oder auf technisch: «Mithilfe der Ladecontainer lässt sich eine siebenfach höhere Netzleistung erreichen – aus 350 kW Netzleistung wird so eine Ladeleistung von rund 2600 kW.» Es bedeutet aber auch, dass die gesamte WEF-Flotte ausschliesslich mit Davoser Wasserstrom betrieben wird.
Zweites Leben für Batterien
Die eigens entwickelten mobilen Ladecontainer mit insgesamt 96 Ladepunkten versorgen die Fahrzeuge auf dem Jakobshornparkplatz. Als Stromspeicher fungieren gebrauchte und aufbereitete Lithium-Ionen-Batterien – sogenannte Second-Life-Batterien, die aus zerlegten Audi-Entwicklungsfahrzeugen stammen. Das spart Kosten und Ressourcen. Möglich sei das, weil seit den ersten Gesprächen vor vier Jahren über die Elektrifizierung der Personentransporte sich die Ladeleistung und Speicherkapazität sukzessive weiterverbessert hätten. «Eine Recycling-Infrastruktur für Batterien in Privatautos gibt es noch nicht, weil diese noch gar nicht zurückkommen. Diesem Thema werden wir uns aber gesamthaft als Konzern annehmen, um die wertvollen Rohstoffe in einen Kreislauf zu überführen.» Für ihre Batterien gebe es unterdessen eine Garantie von acht Jahren oder 160 000 Kilometern Laufleistung, die Kunden zudem gegen einen übermässigen Kapazitätsverlust absichere.