Der Mentor, der die jungen Roboterbauer voranbringt
von Nina Schmidt*
Aufs Projekt gestossen ist Jakob Marti vor zwei Jahren dank Rolf Hürlimann, der ihn einmal diesbezüglich angesprochen hatte. Zu Beginn musste Marti vom Projekt überzeugt werden, da er sich nicht wirklich vorstellen konnte, dass Gymnasiasten von alleine einen Roboter in sechs Wochen bauen könnten. Er empfand die Idee, diese Aufgabe Jugendlichen zu überlassen, die vielleicht noch nie ein Loch gebohrt haben, ein bisschen verrückt. Dennoch vertrat er die Ansicht, man solle im Leben Sachen ausprobieren und schauen, was dabei herauskommt. Erst dann könne man urteilen.
Auch in der dritten Saison ist er als Mentor tätig. Seine Aufgabe ist es, den Schülern und Lehrlingen beim Bau des Roboters zu helfen. Er spornt die Jungen an, indem er schon früh eine Variante vorschlägt, die funktionieren könnte. Daraus resultiert eine lebhafte Diskussion, die noch weitere Lösungsvorschläge hervorbringt. Es gibt nie nur einen Lösungsweg. Kein Roboter wurde so gebaut, wie er gemäss dem ersten Vorschlag hätte sein sollen. «Das ist auch gut so, denn alle bringen ihre Meinungen ein.»
Gegenseitigen Respekt schaffen
Die Zusammenarbeit zwischen den Lehrlingen und den Gymnasiasten empfindet der Mentor als sehr wichtig. «Die Zusammenarbeit bewirkt, dass ich manchmal nicht weiss, wer was ist», sagt Marti. Beide Parteien würden sich wundervoll ergänzen. Während die Schüler die Theorie, beispielsweise für das Programmieren, im Griff haben, können die Lehrlinge zeigen, wie man Teile richtig zeichnet und wie man Maschinen fachgerecht bedient. Dies schaffe auch gegenseitigen Respekt: «Der vermeintlich allwissende Kantischüler merkt, dass der Lehrling doch schon viel arbeiten muss und auch schon vieles kann. Die Lehrlinge merken, dass die Kantischüler nicht nur die Schulbank drücken, sondern auch anpacken können.»
Vor zwei Jahren, als Marti vom Projekt noch überzeugt werden musste, meinte er, es sei unmöglich einen Roboter in sechs Wochen zu bauen. Schmunzelnd steht er auch heute noch zu seiner Aussage: «Ich sage nach wie vor, es ist eigentlich nicht möglich. Es geht nur mit ausserordentlichem Einsatz, und das schafft man nur, wenn es Leute gibt, die alles geben in dieser kurzen Zeit.» Ohne auswärtige Hilfe wäre ein funktionstüchtiger Roboter in sechs Wochen nicht möglich, sagt Marti.