Der letzte Teil der Maschine ist draussen
Doppelt – das war durchaus im Sinn der Erfinder, damals, als die zwei «Heimwehglarner» Kaspar Glarner und sein Neffe Andreas Bänziger aus Zürich 2007 den Swiss Mountain Water Award gewannen. Ihre preisgekrönte Idee: Das bereits von Geschiebe und Geschwemmsel gesäuberte, turbinierte Wasser der Kraftwerke Sernf und Niederenbach ein zweites Mal nutzen – in Kombination mit dem natürlichen Gefälle des Flussknies, das der Sernf mit der Linth vereinigt zwischen Schwanden und Mitlödi bilden.
Ihren Partner zur Realisierung des Projekts fanden Glarner und Bänziger mit Leo Meier im heutigen Geschäftsführer der Kraftwerk Doppelpower AG von der SN Energie (siehe Boxen). Nun soll das neue Wasserkraftwerk noch dieses Jahr Strom liefern «nach langer Durststrecke», wie in einer Medienmitteilung steht, «mit grosser Anstrengung zur Bewältigung der Geologie».
Der «wesentliche Meilenstein» sei vor genau zwei Wochen erreicht worden, schreibt Edi Huber als Medienbeauftragter der Interessengemeinschaft Kleinwasserkraft in seiner gestrigen Mitteilung. «Am Dienstag, 21. Mai, konnte der letzte Teil der seit drei Jahren im Berg steckengebliebenen Tunnelbohrmaschine geborgen und abtransportiert werden.» Somit konnte die Stollenverbindung zwischen der Wasserfassung in Schwanden und der Zentrale in Mitlödi erstellt werden – nach über fünf Jahren statt gut zweieinhalb wie ursprünglich geplant.
Schwierigkeiten von Anfang an
Schon der Erteilung der Konzession ging 2011 ein Streit um die Restwassermengen voraus. Dem folgte im Streit um den Heimfall auch noch ein Gang bis vor Bundesgericht. Dabei ging es darum, ob das Kraftwerk nach Ablauf der 80-jährigen Konzession an das Gemeinwesen übergehen soll oder nicht. Darauf verzichtet wird jetzt, falls die Konzession mit der gleichen Konzessionärin verlängert wird.
Nachdem die Baubewilligung 2013 vorlag, begann sich die Tunnelbohrmaschine im April 2014 von Mitlödi her vorzuarbeiten. Nach rund 1,3 Kilometern blieb sie im Juli 2015 jedoch hoffnungslos stecken. Die restlichen gut 400 Meter mussten von Schwanden her in konventionellem Bergbau ausgebrochen werden. Geschafft war das erst Ende März. Nach diesem eigentlichen Durchstich musste die rund 140 Tonnen schwere Maschine aber noch geborgen werden.