Der Frühling als Brandstifter
Oberhalb von Zizers ist am Mittwochmittag eine grosse Rauchwolke aufgestiegen. Es brannte auf einem Erdbeerenfeld. Auch in Filzbach brach auf einem Waldstück ein Feuer aus. Gebrannt hatte es auch sonst in den letzten Tagen bereits mehrmals. So kam es in Scheid am Ostermontag zu einem Flurbrand, der nur von der Feuerwehr gelöscht werden konnte und in Grüsch brach auf einem Grillplatz ein Feuer aus.
Gemäss Andrea Kaltenbrunner vom Amt für Wald und Naturgefahren hängt dies auch damit zusammen, dass das Wetter aktuell schön und warm ist und somit viele Leute draussen grillieren. Dies führe in Kombination mit dem mancherorts seit zwei Wochen fehlenden Regen zu Bränden. Die Waldbrandgefahr weiter ansteigen lässt auch der Föhn: «Durch die Föhnwinde trocknet der Boden noch schneller aus», so Kaltenbrunner. Es herrsche deshalb die klassische Situation, dass es im Frühling vielerorts zu Flur- und Waldbränden kommen könne, wenn man unvorsichtig sei.
Vegetation leicht entzündbar
Die Situation ist gemäss Kaltenbrunner im Frühling eine andere als im Hochsommer, wo es bei grosser Trockenheit schnell einmal zu Grossbränden kommen könne, so wie dies beispielsweise 2018 der Fall gewesen sei. «Im Frühling kommt die letztjährige Vegetation unter dem Schnee hervor. Diese ist leicht braun, trocken und somit leicht entzündbar.» Wenn es regne, dann grüne die Vegetation schneller nach. Das Problem wandert laut Kaltenbrunner im Verlauf des Frühlings weiter nach oben, da der Schnee dort zu einem späteren Zeitpunkt die Vegetation freigibt.
Auch wenn im Frühling die Gefahr von grossen und nur schwer zu kontrollierenden Bränden kleiner ist, so gibt es doch Bedingungen, welche die Gefährdung dafür auch in der aktuellen Jahreszeit erhöhen: «Wenn der Föhn so stark windet wie am Mittwochnachmittag, dann wird es gefährlich. Bei dieser Ausgangslage sollte auf das Feuern sicherheitshalber verzichtet werden.»
Zum jetzigen Zeitpunkt herrscht in den tieferen Lagen im Kanton Graubünden eine erhebliche Waldbrandgefahr. Dies wird laut Kaltenbrunner auch noch so bleiben bis es über eine längere Zeitspanne regnet.