Etwa 1,1 Millionen Kilowattstunden im Jahr produzierte bislang die gemeindeeigene alte Anlage aus der Zeit um 1930; die Peltonturbine im Neubau erbringt nun seit Juli mit ihrer Leistung von 1,95 Megawatt geschätzte 6,1 Millionen Kilowattstunden und damit fast das Sechsfache der ursprünglichen Strommenge. Gemäss einer Mitteilung der Wasserkraftwerk Hüscherabach AG, an der Alpiq zu 60 und die Gemeinde zu 40 Prozent beteiligt sind, entspricht dies dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1500 Haushalten. Die beiden Partner kooperieren im Rheinwald bereits seit 2012 für den Betrieb des Tambobach-Kraftwerks.
Das Wasser für das Hüscherabach-Kraftwerk wird unweit der Marmorbrücke an der Splügenpassstrasse gefasst. Die gut 2,2 Kilometer lange Druckleitung führt über eine Fallhöhe von 238 Metern in die Zentrale bei Splügen, wo der Bach später in den Hinterrhein mündet. Betreffend Umwelt seien mehrere Massnahmen getroffen worden, um die Auswirkungen der Anlage zu verringern, heisst es in der Mitteilung. Sie betreffen unter anderem den Fischschutz: An der Wasserfassung können Fische in ein Becken absteigen; ein Feinrechen sorgt dafür, dass sie nicht ins Treibwassersystem gelangen. Zudem sei dank einer abflussdynamischen Dotierung eine natürliche Restwassermenge im Bach sichergestellt.
Nicht zuletzt trägt die AG finanziell bei zu einem umfassenden ökologischen Ausgleichsprogramm für die Revitalisierung des Hinterrheins im Gebiet Aebi. Mit diesem Projekt werde das Flussbett verbreitert, schreibt die AG; dadurch werde eine möglichst ursprüngliche Gewässergestalt mit verzweigtem Flusslauf wiederhergestellt. Ausserdem steigere die Revitalisierung die Attraktivität des Gebiets als Naherholungsraum. Das Vorhaben solle «in den kommenden Jahren» umgesetzt werden. (jfp)