Das Ostergeschäft brummt – trotz (oder wegen) Corona
Auf den letzten Drücker fertigen Konditoren in diesen Tagen Schoggihasen an. «Am Dienstag war ich bis kurz vor Mitternacht noch dran, und am Mittwochmorgen startete ich wieder um sechs Uhr», sagt etwa Jasmine Löffel-Huber von der Gommiswaldner Bäckerei Huber.
Huber rechnete wie andere Bäckereien wegen Corona mit einem Nachfrageeinbruch. So schätzt etwa die Bäckerei Tschirky, dass sie rund einen Drittel weniger Hasen im Angebot hat als in üblichen Jahren. Die Bäckerei Wick hat bei Verkündung des Notstands gar die Hasenproduktion vorübergehend eingestellt.
Physisch und online überrannt
Nun zeigt sich aber: Die Nachfrage ist in etwa gleich hoch wie immer. Weniger sei es sicher nicht, lässt die Bäckerei Wick verlauten. «Seit einer Woche werden wir richtiggehend überrannt», heisst es von der Bäckerei Huber.
Bei der Bäckerei Tschirky hat man wegen des Notstands mehrere Tage investiert, um den schon bestehenden Online-Shop für das Ostergeschäft zu rüsten. Geschäftsleiter Silvan Tschirky wusste: «Online können jetzt Riesenzahlen generiert werden.»
Trotz der Vorbereitungen war das Team dem Ansturm nicht gewachsen. Man habe über 200 verschiedene Hasensorten angeboten. Die Mitarbeiter seien nicht mehr nachgekommen, weil ständig neue Sorten wieder ausverkauft waren, sagt Tschirky. «Als dann die Post noch mitteilte, dass es Lieferverzug geben könnte, stoppten wir den Online-Handel. Jetzt nehmen wir Bestellungen telefonisch entgegen.»
Es scheint, als hätten die Konditoren das Ostergeschäft unterschätzt. Nicht unterschätzt, sagen sie unisono, aber vorsichtig geschäftet. «Das Risiko war schlicht zu hoch, um am Ende auf so vielen Hasen sitzen zu müssen», sagt etwa Tschirky. Die Bäckerei Huber gibt an, dass es schade und teuer wäre, wenn Hasen am Ende eingeschmolzen werden müssten.