Das «Kanti» erhöht seine Herzkompetenz
Die Bevölkerung Graubündens wird immer älter und damit steigt die altersbedingte Häufigkeit von Herzkrankheiten, wie etwa das so genannten Vorhofflimmern. Dabei handelt es sich um eine vorübergehende oder anhaltende Herzrhythmusstörung, die das Risiko auf Schlaganfälle und Herzversagen steigert. Das Kantonsspital Graubünden baut darum seine Kompetenz und seine Diagnose- und Behandlungskapazitäten aus, wie es in einer Mitteilung heisst. «Wir können mit dem neuen Herzkatheter-Labor modernste Abklärungen und Therapien durchführen», erklärte Pascal Meier, Chefarzt am KSGR und Leiter Kardiologie gegenüber Radio Südostschweiz.
Der Ausbau am Kantonsspital habe aber auch damit zu tun, dass die Kardiologie ein Gebiet in der Medizin sei, das sich schnell entwickle und in dem es immer wieder neue Therapiemöglichkeiten gebe, führt Meier weiter aus. In Chur wird durch das neue Angebot auch eine Lücke geschlossen, wegen der bisher Patienten oft in andere Spitäler zur Behandlung überwiesen werden mussten. «Nun können wir etwa Vorhofflimmern hier vor Ort behandeln.»
Zusammenarbeit mit Unispital Zürich
Neu arbeitet das KSGR in der Kardiologie aber auch intensiver mit dem Universitätsspital Zürich zusammen. So werden künftig zwei Herzspezialisten des Unispitals regelmässig in Chur Eingriffe vornehmen, für welche Patienten bisher nach Zürich transportiert werden mussten, wie Meier erklärt. Für die Kardiologie in Chur bedeute das, dass sofort eine grosse Kompetenz und viel Erfahrung vorhanden sei, die man sich nicht erst langsam erarbeiten müsse.
Neben dem zusätzlichen Knowhow wurde am KSGR auch zusätzliche Infrastruktur gebaut. So stehen in Zukunft zwei Operationssäle für kardiologische Eingriffe zur Verfügung statt einem. «Wir haben also unsere Kapazität verdoppelt», sagt Meier, «dadurch können wir besser auf Notfälle reagieren und gleichzeitig komplexeren Operationen, die einen Operationssaal lange blockieren, ausweichen.» Gerade im Winter, in Ferienzeiten, merke man, dass es viel mehr Menschen im Kanton habe.
Durch das neue Labor entsteht nicht nur ein neues Angebot am KSGR, sondern auch neue Stellen. Konkret sind das derzeit zwei Pflege- und eine Sekretariatsstelle, es sollen aber später auch noch ein bis zwei zusätzliche Ärzte angestellt werden, damit diese Kompetenz immer in Chur vorhanden ist und nicht nur von Zürich her kommt, wie Meier ausführt.