Churer wollen direkt «uffa»
Am Abstimmungssonntag kam es für viele Churerinnen und Churer zu einer Abstimmung von grosser emotionaler Bedeutung. Es ging nämlich um die Zukunft der Brambrüeschbahn. Abgestimmt wurde über einen einmaligen Investitionsbeitrag von 24,5 Millionen Franken (plus/minus 25 Prozent).
Mit diesem Geld wollen die Betreiber eine Direktverbindung auf den Berg bauen. Bei der neuen Mittelstation auf dem Fülian müsste somit die Gondel nicht mehr gewechselt werden. Dafür werden künftig die Betriebskosten von 350'000 Franken von der Stadt an die Betreiber gestrichen. Künftig ist der Verwaltungsrat der Chur-Bergbahnen dafür verantwortlich, dass der Betrieb ohne weitere Finanzierung der Stadt aufrechterhalten werden kann.
Die Bevölkerung der Stadt Chur hat sich nun für diese Pläne ausgesprochen. Im Churer Gemeinderat fiel das Ergebnis relativ knapp aus, die Bevölkerung sagte nun aber mit mehr als 55 Prozent doch einigermassen klar Ja. Die Stimmbeteiligung lag bei mehr als 48 Prozent.
Oberer Teil sanierungsbedürftig
Der Grund für die sonntägliche Abstimmung war, dass der obere Teil der aktuellen Bahn sanierungsbedürftig ist. Darüber waren sich im Vorfeld fast alle einig. Denn die bisherigen Gondeln in der zweiten Sektion der Bahn sind inzwischen fast 50-jährig. Umstritten war hingegen der komplette Neubau der Bahn. So votierten bei der Diskussion im Churer Gemeinderat verschiedene Exponenten für eine Teilsanierung, welche die Churer 14 Millionen gekostet hätte. So wollte beispielsweise die SVP Chur, dass dem Stimmvolk beide Varianten vorgelegt werden.
Ganz zufrieden war im Vorfeld der Abstimmung aber auch der Verwaltungsrat der Bergbahnen nicht. Er störte sich daran, dass die Bergbahnen bis zum Abschluss der Planungsphase zwei Millionen zusätzliche Reserven beschaffen müssen.