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Schweiz und Welt

Chur will nicht 400'000 für Events ausgeben

Südostschweiz
21.11.2019, 13:54 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Auf der Traktandenliste des Churer Gemeinderats sind am Donnerstagnachmittag unter anderem zwei Themen zu finden gewesen, bei denen einiges Diskussionspotenzial vorhanden war.

Zum einen ging es um eine Reorganisation im Departement Bildung, Gesellschaft und Kultur. Konkret soll die Fachstelle «Sport», die jetzt noch als Stabsstelle innerhalb des Departements angesiedelt ist, eine Hierarchiestufe herabgesetzt werden. Es soll eine neue Dienststelle «Gesellschaft» geschaffen werden, in welcher die bisherigen Dienststellen «Soziale Dienste» und «Schulzahnklinik» zusammengeführt werden. Die Sportfachstelle wäre dann eine Abteilung dieser Dienststelle. Das sorgt bei der IG der Churer Sportvereine für Unmut. Sie befürchtet, dass die Churer Sportvereine mit ihren Anliegen weniger Gehör finden werden, wenn die Fachstelle Sport in die Dienstelle «Gesellschaft» integriert wird.

Die Reorganisation zur Dienststelle «Gesellschaft» innerhalb des Departements wurde vom Gemeinderat jedoch trotz dieser Bedenken angenommen. Ebenfalls in die neue Dienststelle integriert wird die Fachstelle Alter und Gesundheit. Die Kulturfachstelle hingegen wird auch in Zukunft unter Stadtrat Degiacomi geführt und ihm direkt rapportieren, wie die «Südostschweiz» berichtet.

Keine 400'000 Franken für Events

Der zweite Diskussionspunkt am Donnerstagnachmittag war der Plan des Stadtrats, drei neue Vollzeitstellen zu schaffen. Mit dem Ziel, drei bis vier Anlässe in den Bereichen Kultur und/oder Sport zu organisieren. Resultieren soll ein Top-Event, das jährlich über mehrere Tage stattfindet. Aus diesem Plan wird jedoch vorerst nichts. Der Gemeinderat hat das dafür vorgesehene Budget von 400'000 Franken und damit die Schaffung der drei Arbeitsstellen abgelehnt. 

Dennoch: Eine Mehrheit des Gemeinderates möchte, dass Geld dafür eingesetzt wird, das kulturelle Angebot von Chur auch als Touristenmagnet zu nutzen. Deshalb wurde nur das vorgeschlagene Budget aus dem Vorschlag gestrichen und nicht der ganze Vorschlag verworfen. Der Stadtrat solle nun eine Organisation vorschlagen, die zur Schaffung neuer Anlässe beiträgt.

Hürde genommen

Ein weiteres Traktandum im Gemeinderat war ein Tauschgeschäft im Zusammenhang mit der Verschiebung der Kaserne. Sie soll aus der Stadt raus und auf das Rossbadenareal umziehen. Die Bürgergemeinde Chur tauscht Land auf dem Rossboden gegen eine Parzelle am Lindenquai sowie Landwirtschaftsparzellen in den Lachen und erhält zusätzlich 670'000 Franken von der Stadt. Das Land auf dem Rossboden wird die Stadt dann wiederum dem Bund als neuen Kasernenstandort zur Verfügung stellen. Das Geschäft dreht sich um Gelder von insgesamt 7,1 Millionen Franken. Hierzu sagte der Gemeinderat deutlich Ja, mit Ausnahme der Freien Liste/Verda. Sie begründet ihre Ablehnung damit, dass am neuen Standort auf dem Rossboden der Gewässerschutz negativ tangiert wäre. (nua/rac/ofi)

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