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Schweiz und Welt

Caluori: «Ich begreife unsere Regierung im Moment nicht»

Südostschweiz
30.12.2020, 12:59 Uhr
heute um 16:56 Uhr

Franz Sepp Caluori, Präsident von Gastro Graubünden, gibt sich im Interview mit Radio Südostschweiz sehr enttäuscht vom Entscheid der Regierung, die Bündner Restaurationsbetriebe über den Jahreswechsel geschlossen zu halten.

«Alle Zahlen sind gesunken. Eigentlich müsste der Kanton jetzt alles öffnen», so Caluori. «Der R-Wert ist aktuell der zweittiefste in der ganzen Schweiz. Die Fallzahlen sind unter dem Durchschnitt. Und die Intensivstationen sind auch nicht zu stark belegt. Wir erfüllen derzeit sämtliche Voraussetzungen deutlich», so Caluori.

Gastrobranche trägt Hauptlast

Der Präsident von Gastro Graubünden sieht nicht ein, warum die Restaurants im Kanton nicht öffnen dürfen. «Die Bündner Regierung lässt die Gastronomiebetriebe im Regen stehen. Die Branche trägt die wirtschaftliche Hauptlast der Corona-Massnahmen», so Caluori.

Der CVP-Grossrat vermutet, dass die Regierung den Entscheid aus zu grossem Respekt vor der Silvesternacht gefällt hat. «Ich begreife unsere Regierung im Moment nicht.»

Caluori gibt sich aber positiv. Er glaubt, dass die Fallzahlen stabil bleiben und die Bündner Restaurants ab dem 8. Januar 2021 wieder öffnen dürfen.

Coronavirus

Jetzt rasch handeln

Wirtschaftlich sieht Caluori für die Gastrobranche schwarz. Darum appelliert er an die Regierung, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und sofort Entschädigungen auszurichten. Bislang seien Kurzarbeit- und Erwerbsausfall-Entschädigungen für Besitzer ausbezahlt worden. Inzwischen sei zwar eine Härtefallverordnung aufgesetzt worden. Aber nur fünf Prozent aller Bündner Betriebe werden im zu Ende gehenden Jahr 40 Prozent Umsatzverlust ausweisen können. Und daher glaubt Caluori, dass einige Betriebe nicht mehr öffnen werden können.

Licht am Horizont

Trotzdem sagt Caluori: «Ich habe den Glauben in die Regierung noch nicht verloren. Wir werden Anfang Jahr noch einmal zusammensitzen und nach Lösungen suchen.»

Die Regierung prüft anfangs Januar im Rahmen einer Gesamtbeurteilung, ob die Voraussetzungen für eine Öffnung gegeben sind, aber auch wie zusätzliche Unterstützung der Branche möglich ist. (so)

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