«Mit einem blauen Auge davongekommen»
Die Glarnersach führt fünf verschiedene Geschäftsbereiche. Wie geht es ihr unter dem Strich?
Martin Leutenegger: Man darf sagen, der Glarnersach geht es sehr gut. Sie hat in allen fünf Geschäftsbereichen genügend Eigenmittel. Auch wenn die Finanzmärkte im vergangenen Jahr auch für die Glarnersach nicht gut liefen.
Im Geschäftsbericht heisst es, das Geschäftsjahr 2022 sei herausfordernd gewesen. Weshalb?
Herausforderung waren sicher die Kapitalmärkte, die sich im vergangenen Jahr stark negativ ausgewirkt haben. Wir können aber sagen, dass wir mit einem Minus von 6,7 Prozent bei der Rendite im Vergleich zur Benchmark, die bei minus 11 Prozent liegt, noch mit einem blauen Auge davongekommen sind.
Nun ist die Kapitalanlage ja nicht das Kerngeschäft einer Versicherung. Ist es nicht bitter, wenn deswegen das Gesamtergebnis getrübt wird?
Bei einer Versicherung gehört die Kapitalanlage einfach dazu. Man sagt, die Kapitalanlage sei auch ein Prämienzahler. Die Versicherungsnehmer profitieren von den Erträgen aus den Kapitalanlagen. Um das Risiko zu reduzieren, haben wir die Schwankungsrückstellungen. Wir haben jetzt knapp die Hälfte davon gebraucht und wären also auch für das laufende Jahr gewappnet, ohne dass wir die Prämien anpassen müssten. Wenn wir dann wieder Kapitalerträge erwirtschaften, werden wir zuerst wieder die Schwankungsrückstellungen äufnen.
Bei den Versicherungen im Monopol weisen Sie einen Verlust von über 600 000 Franken aus. Wie ist das passiert?
Das liegt vor allem daran, dass wir keinen Beitrag aus dem Finanzergebnis hatten. Bei den Schadenfällen allein waren wir positiv unterwegs. Wegen der Bauteuerung mussten wir aber unsere Rückstellungen erhöhen, denn bei Schadenfällen werden die Summen höher.