«Rassismus gibt es auch im Glarnerland»
In diesem Monat ist es genau 15 Jahre her, dass ich in die Schweiz gekommen bin. Als Vater von zwei Kindern habe ich die meiste Zeit dieser 15 Jahre damit verbracht, nicht nur für meine beiden Kinder, sondern auch für Kinder ausländischer Herkunft das nötige Umfeld zu schaffen, damit sie in der Schweiz gut leben können. Obwohl mein Aufwand sehr gering war, habe ich ihn sehr bewusst gemacht. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mich die Glarnerinnen und Glarner als einen der ihren akzeptieren. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihre Kultur berühre. Vor ein paar Monaten fiel mir bei einem Abendessen die Bemerkung eines bekannten Glarner Professoren auf. «Obwohl ich in Glarus aufgewachsen bin, haben mich die Glarner nicht als einen der ihren akzeptiert. Aber sie akzeptieren dich als einen der ihren. Das ist etwas ganz Besonderes.»
Die Protagonistin meiner heutigen «Begegnung», Audrey Hauri, sagt stolz von sich, sie sei eine Glarnerin, obwohl ihr Vater Ghanaer ist. «Ich fühle mich als Glarnerin. Auch wenn es immer wieder Situationen gibt, in denen das infrage gestellt wird, fühle ich mich stark mit meinem Geburtsort und Lebensmittelpunkt verbunden», sagt Audrey Hauri. «Ich bin in Glarus geboren und aufgewachsen, und ich bin mit dem Glarnerland stark verwurzelt. Mein Grossvater war Fahrlehrer und Beizer, und auch meine Mutter war in der Gastronomie tätig. Das Interesse am Mensch wurde mir also in die Wiege gelegt.»