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Schweiz & Welt

BDP-Absturz und SVP-Zitterpartie: So würde heute gewählt

Südostschweiz
19.09.2019, 17:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Wenn heute gewählt würde, dann ... dann würden die BDP und SVP von Stunde zu Stunde nervöser auf konkrete Zahlen warten, denn der Sitz von Duri Campell und einer der beiden SVP-Nationalratssitze im Kanton Graubünden wackeln ganz bedenklich. Zu diesem Schluss kommt die Forschungsstelle Sotomo aufgrund einer Umfrage unter den Bündner Stimmberechtigten. Die Angaben von 1019 Stimmberechtigten aus dem Kanton Graubünden wurden von Sotomo ausgewertet und repräsentativ gewichtet.

Ein Blick auf die Tabellen unten zeigt: Die SVP bleibt mit knapp unter 30 Prozent die wählerstärkste Partei im Kanton und ist damit auch stabiler als in vielen anderen Kantonen. Dahinter folgen fast gleichauf SP und CVP. Die FDP folgt knapp dahinter. Fast gleichauf befinden sich BDP und GLP, was vor allem für erste ein massiver Verlust gegenüber der Wahl von vor vier Jahren um über 5 Prozentpunkte wäre. Mitverantwortlich für die Stärke der Klima-Allianz ist auch die Grüne-Partei, die auf 4,8 Prozent kommt, nachdem sie vor vier Jahren gar nicht angetreten war. Das Klima-Thema könnte sich also auch in Graubünden direkt auf die Sitzvergabe im Nationalrat auswirken.

Dass angesichts dieser Entwicklung die BDP um ihren Nationalratssitz zittern muss, ist einfach nachzuvollziehen. Weil die CVP gegenüber der letzten Wahl kaum verliert und die FDP fast einen Prozentpunkt zulegt, stehen die Chancen für die FDP gut, innerhalb der bürgerlichen Verbindung den Sitz der BDP zu übernehmen.

Enge Kiste zwischen SVP und Klima-Allianz

Auf der anderen Seite ist der zweite Sitz der SVP trotz der klar höchsten Wähleranteile alles andere als in trockenen Tüchern, wie Michael Hermann von Sotomo gegenüber Radio Südostschweiz erklärt. Aufgrund der Listenverbindungen in Graubünden könnte es durchaus sein, dass die SVP einen Sitz auf Kosten der Klima-Allianz einbüsst. Darin würde nach Umfragestand der Grünliberale Josias Gasser profitieren, aber auch ein zweiter SP-Sitz sei durchaus möglich, so Hermann. Zwischen SVP und Klima-Allianz könnte es sehr eng werden um den zweiten Sitz am 20. Oktober.

Ob bei der SVP der Sitz von Heinz Brand oder Magdalena Martullo wackelt, kann Sotomo aufgrund der Umfrage nicht sagen. «Wir haben nur nach den Parteien, die jemand wählen will gefragt und nicht nach den Personen», erklärt Hermann. Und wenn die Partei gegenüber der jetzigen Umfragewerte noch leicht zulege, könnte sie allenfalls auch beide Sitze halten.

Alles deutet auf zwei Wiederwahlen hin

Im Hinblick auf die beiden Ständeratssitze deuten die Umfrageresultate hingegen auf sichere Wiederwahlen von Martin Schmid (FDP) und Stefan Engler (CVP) hin. «Jon Pult (SP) könnte es zwar knapp über das Absolute Mehr von 34 Prozent schaffen», sagt Michael Hermann, «er wäre damit aber immer noch sehr deutlich hinter den beiden Amtierenden. Ich sehe eigentlich wenig Chancen, dass das Rennen noch anders ausgehen könnte.» Der SP-Kandidat müsste bis zum 20. Oktober noch mindestens zehn Prozentpunkte gutmachen, um gewählt zu werden.

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