Autonome attackieren Läderach
Zwei Tage später roch es noch immer nach Erbrochenem im Basler Shoppingcenter Clara. Ein oder mehrere Unbekannte hatten Anfang Oktober Buttersäure in der Filiale des Ennendaner Confiseurs Läderach ausgeleert. Die angerückte Feuerwehr konnte nicht mehr viel ausrichten. Der Gestank hatte sich schon festgesetzt, der Laden musste für zwei Tage schliessen.
Das Einatmen der Dämpfe von Buttersäure kann die Atemwege reizen, dass es zu Übelkeit und Erbrechen kommt. Über Verletzte gab es aber keine Berichte.
Einige Stunden nach dem Anschlag veröffentlichten Linksextreme ein anonymes Bekennerschreiben im Internet. Sie begründeten den Buttersäure-Anschlag mit dem Engagement der Läderach-Besitzerfamilie gegen Abtreibungen. Es war bereits der zweite Anschlag auf eine Läderach-Filiale in der Schweiz innerhalb von einem Monat.
«Marsch fürs Läbe»
Der Inhaber und Verwaltungsratspräsident Jürg Läderach ist Kassier beim christlich-konservativen Verein «Marsch fürs Läbe». Dieser organisierte die umstrittene Anti-Abtreibungs-Demo im Herbst. Auch ein Kadermann von Läderach engagiert sich im Vorstand des Vereins.
Im Vorfeld der Demonstration in diesem Herbst beleuchteten mehrere nationale Medien Jürg Läderach und seine gesellschaftspolitischen Ansichten in kritischen Artikeln. Dabei ging es auch um Läderachs langjährigen Kampf gegen den «moralischen Niedergang». Dazu trügen nach seiner Ansicht gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Pornografie, aber auch Harry Potter bei.
Kein Kommentar
Die öffentliche Aufmerksamkeit rund um den «Marsch fürs Läbe» dürfte ein Auslöser für die Attacken auf den Schokoladen-Hersteller sein. Schon wenige Stunden nach dem «Marsch fürs Läbe» war ein Laden in Zürich zum Ziel einer Attacke geworden. Die Täter von Basel bezogen sich in ihrem Bekennerschreiben ausdrücklich auf diesen ersten Anschlag.