Zum Hauptinhalt springen
Schweiz und Welt

Auch in 2019 wurde die Alpen-Initiative nicht umgesetzt

Südostschweiz
13.05.2020, 09:37 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Mit der Annahme der Alpen-Initiative vor rund 25 Jahren wurde gesetzlich geregelt, wie viele Lastwagen über die Schweizer Alpen fahren dürfen. Bis Ende 2018 hätten darum höchstens 650'000 Lastwagen die Schweizer Alpen überqueren dürfen. Dieses Ziel wurde damals aber nicht erreicht. Nun steht fest, dass auch in 2019 das Ziel deutlich verpasst wurde, wie der Verein Alpen-Initiative mitteilt.

Alpeninitiative ist noch nicht umgesetzt

Insgesamt fuhren im vergangenen Jahr nämlich 898'000 Lastwagen über die Schweizer Alpen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 42'000 Fahrzeuge weniger, aber insgesamt wurden auch 4,6 Prozent weniger Güter auf Schienen und Strassen durch die Alpen transportiert. Aufgrund dieser Tatsache könne man also nicht von einem Erfolg sprechen. Jon Pult, Präsident des Vereins Alpen-Initiative betont: «Weil der Rückgang der Lastwagenbewegungen wirtschaftlich bedingt ist und der Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene bei rund 70 Prozent verharrt, haben wir 2019 in Sachen Verlagerung so gut wie nichts erreicht.»

NEAT als Teillösung

Laut des Vereins ist das Milliardenprojekt NEAT mit der Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels und des Vier-Meter-Korridors auf der Gotthardachse eine grosse Chance für den Rückgang des Alpenverkehrs. Denn durch das fertige Projekt ständen eine neue Infrastruktur und nötige Kapazitäten auf der Schiene bereit. Um aber den gesamten Güterverkehr durch die Alpen auf die Schiene zu verlagern, seien noch andere Massnahmen nötig.

Vor allem beim Strassengüterverkehr sieht Pult Handlungsbedarf: «In der Schweiz entstehen jährlich massive ungedeckte Kosten durch den Strassentransport.» Als mögliche Lösung gegen die Kosten zieht Pult eine Alpentransitabgabe für den Schwerverkehr oder Veränderungen bei der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) in Betracht. 

Sprich, zum einen soll die LSVA entsprechend allen Vorgaben maximal ausgeschöpft werden. Zum anderen müsste bei der LSVA in Zukunft der CO2-Austoss der Fahrzeuge beachtet werden. Dadurch sollten die Personen mehr bezahlen, welche auch mehr CO2 ausstossen. Wie es weiter heisst, wird durch diese Massnahmen auch die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene gefördert. Nach Ansichten des Vereins bleibt nämlich die klimafreundlichste Lösung im Güterverkehr die mit erneuerbaren Energien betriebene Güterbahn. (paa)

Mehr zum Thema: Politik, Schweiz
Auch in 2019 wurde die Alpen-Initiative nicht umgesetzt | Südostschweiz