«Die Adventsbeleuchtung ist ein Kulturgut»
Die Bäume vor dem Gartencenter Grünenfelder in Ziegelbrücke sind weitestgehend kahl. Vereinzelt hängen noch Blätter an den Ästen und baumeln im Wind. Nur die drei Leucht-Rehe an der Einfahrt und Weihnachtsgestecke am Eingang deuten auf die bevorstehende Adventszeit hin. «Wir haben unsere Standardadventsbeleuchtung auf dem Parkplatz nicht aufgehängt», erklärt der Inhaber René Treier-Grünenfelder, wegen der möglichen Kritik und aus Solidarität mit der Gesellschaft und den anderen Geschäften.
Die Weihnachtsstimmung lasse heuer noch auf sich warten. Das hat laut Treier verschiedene Gründe: «Die warmen Temperaturen haben schon einen Einfluss. Aber es fehlt die ganze Adventsbeleuchtung.» Auch im Radio würden keine Weihnachtslieder gespielt. Am Dienstag hat Treier das erste gehört. «Draussen auf den Strassen erkennt man am Abend nicht, dass wir in der Adventszeit sind. Nirgends brennt ein Lämpchen, ausser beim Einkaufscenter Krumm in Näfels», so Treier.
Der Geschäftsinhaber zieht einen Vergleich: «Was ist Ostern ohne den Osterhasen? Die Adventszeit ohne Beleuchtung ist keine Adventszeit. Das ist ein Kulturgut, das jetzt in gewisser Weise von der Allgemeinheit verhindert wird, unter dem Deckmantel des Stromsparens.» Man könne auch Storm sparen, wenn man weniger Beleuchtung aufhänge oder auf kürzere Betriebszeiten setze. Für Treier geht es grundsätzlich um die Stimmung, die durch die Lichter erzeugt wird – und jetzt fehlt. Das färbe auf die Kundschaft ab. Seit dem 21. Oktober verkauft das Gartencenter Weihnachtsdekoration. Der Weihnachtsmarkt sei gut gestartet, doch bereits jetzt kann er sagen, dass deutlich weniger Lichterschmuck gekauft wird.
Weihnachtsbeleuchtung als Ladenhüter
Die Kundinnen und Kunden würden grundsätzlich weniger Weihnachtsdekoration kaufen, als in den zwei vergangenen Coronajahren. «Die Nachfrage war grösser, weil die Leute nicht in die Ferien konnten und stattdessen ihr Zuhause schön eingerichtet haben. Das haben wir schon gespürt», erzählt Treier. Der Umsatz sei jetzt zwar nicht eingebrochen, sondern bewege sich wieder auf Vor-Corona-Niveau.