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Schweiz & Welt

Adam Quadroni klagt Kanton ein

Südostschweiz
01.12.2019, 09:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der Enthüller des Bündner Baukartells, Adam Quadroni, geht gegen den Kanton Graubünden vor. Er reicht eine Staatshaftungsklage ein, weil ihn die Behörden nicht korrekt behandelt haben, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die Voraussetzungen für eine Klage, dass ihm durch amtliche Tätigkeit Schaden entstand und er zudem in seiner Persönlichkeit sowie seiner körperlichen Integrität verletzt wurde, sehen Quadronis Anwälte als erfüllt an, heisst es weiter.

Die Vorbereitungen für die Klage leiteten die Anwälte bereits letzten Juni ein. Die zwei veröffentlichten Berichte von vergangener Woche bestärkten sie in ihrer Meinung. Zuerst wurde der Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) des Grossen Rates veröffentlicht. Am Tag darauf jener von Andreas Brunner – der frühere leitende Zürcher Oberstaatsanwalt wurde von der Bündner Regierung eingesetzt. Beide Berichte beurteilten den Umgang der Behörden mit Quadroni und kritisierten vor allem die Polizei, der regionale Polizeichef sowie die oberste Führung in Chur, die ihre Kontrollaufgaben nicht wahrnahmen. Hintergrund ist ein Sonderkommando im Juni 2017. Falsche Angaben hätten Quadronis Festnahme und Einlieferung in die Psychiatrie verursacht. Die Polizei und andere Behörden hätten den Whistleblower aber auch in weiteren Fällen nicht korrekt behandelt.

Die Kantonspolizei hat im Fall Quadroni, in Teilen, versagt


Klagepunkte

Im Raum stehen mehrere Klagepunkte. Darunter Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche, die Quadroni laut seinen Anwälten nicht nur wegen der inkorrekten Polizeieinsätze geltend machen kann, heisst es in der NZZ am Sonntag weiter. Quadroni sei zudem als Bauunternehmer bei Ausschreibungen systematisch boykottiert worden, nachdem er sich gegen das Kartell gewehrt habe. Die systematische Nichtberücksichtigung habe seine Firmen in den Ruin getrieben, argumentieren die Anwälte.

Der Rechtsweg rückt auch deshalb in den Vordergrund, weil die Regierung nach Veröffentlichung der Berichte nach Ansicht Quadronis und seines Umfelds nicht angemessen reagiert habe. Das Gremium drückte in einem Brief an diesen Bedauern für einzelne Verfehlungen aus, entschuldigte sich aber nicht. (so/can)

Das Bündner Baukartell

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