Kanton Graubünden bedauert die Schliessung von Graubünden Vivonda
Vergangene Woche gab Graubünden Vivonda das Aus bekannt. Per Ende Jahr wird die Geschäftstätigkeit eingestellt. Das Unternehmen vertreibt als Lizenznehmerin die Marke Graubünden Viva. Unter diesem Namen wurden regionale Produkte und Bündner Kulinarik in mehreren regionalen Genussmärkten sowie im schweizerischen Detailhandel vertrieben. Durch die Schliessung der Geschäftsstellen in Jenaz und Maienfeld wird das Arbeitsverhältnis mit 28 Mitarbeitern aufgelöst. Als Begründung schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung: «Die fehlenden in Aussicht gestellten Mittel für den gemeinsamen Aufbau der Marke Graubünden Viva für den Detailhandel machen eine Schliessung unumgänglich.»
Diese Mitteilung liest sich so, als hätte der Kanton Graubünden weitere Gelder angedacht gehabt, diese aber nun nicht gesprochen.
Dem ist allerdings nicht so, wie der Volkswirtschaftsminister Marcus Caduff gegenüber Radio Südostschweiz klar zu Protokoll gab. «Wir waren etwas erstaunt, dass scheinbar seitens von Graubünden Vivonda mit weiteren Mitteln vom Kanton gerechnet wurde.» Solche Mittel habe man nie zugesichert oder in Aussicht gestellt.
Über 1,3 Millionen vom Kanton
Unterstützung vom Kanton erhielt das Projekt gemäss Caduff einzig in der Anfangsphase. Im Jahr 2020 hatte er das Projekt als sogenannte «Anschubfinanzierung» mit über 1,3 Millionen Franken unterstützt. «Dieses Vorgehen ist bei solchen Projekten üblich – also etwa auch bei Käsereien oder Metzgereien.» Eine weitere Finanzierung sei aber praktisch immer ausgeschlossen, da man nicht permanent Geld nachschieben könne.