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Schweiz & Welt

Kanton Graubünden bedauert die Schliessung von Graubünden Vivonda

Südostschweiz
02.10.2023, 18:17 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Vergangene Woche gab Graubünden Vivonda das Aus bekannt. Per Ende Jahr wird die Geschäftstätigkeit eingestellt. Das Unternehmen vertreibt als Lizenznehmerin die Marke Graubünden Viva. Unter diesem Namen wurden regionale Produkte und Bündner Kulinarik in mehreren regionalen Genussmärkten sowie im schweizerischen Detailhandel vertrieben. Durch die Schliessung der Geschäftsstellen in Jenaz und Maienfeld wird das Arbeitsverhältnis mit 28 Mitarbeitern aufgelöst. Als Begründung schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung: «Die fehlenden in Aussicht gestellten Mittel für den gemeinsamen Aufbau der Marke Graubünden Viva für den Detailhandel machen eine Schliessung unumgänglich.»

Diese Mitteilung liest sich so, als hätte der Kanton Graubünden weitere Gelder angedacht gehabt, diese aber nun nicht gesprochen.

Dem ist allerdings nicht so, wie der Volkswirtschaftsminister Marcus Caduff gegenüber Radio Südostschweiz klar zu Protokoll gab. «Wir waren etwas erstaunt, dass scheinbar seitens von Graubünden Vivonda mit weiteren Mitteln vom Kanton gerechnet wurde.» Solche Mittel habe man nie zugesichert oder in Aussicht gestellt.

Über 1,3 Millionen vom Kanton

Unterstützung vom Kanton erhielt das Projekt gemäss Caduff einzig in der Anfangsphase. Im Jahr 2020 hatte er das Projekt als sogenannte «Anschubfinanzierung» mit über 1,3 Millionen Franken unterstützt. «Dieses Vorgehen ist bei solchen Projekten üblich – also etwa auch bei Käsereien oder Metzgereien.» Eine weitere Finanzierung sei aber praktisch immer ausgeschlossen, da man nicht permanent Geld nachschieben könne.

Dennoch sagte der Regierungsrat: «Wir bedauern, dass Graubünden Vivonda den Betrieb einstellen muss.» Der Kanton fördere solche Initiativen, weil es das Ziel sei, die Rohstoffe, die man im Kanton habe, nicht exportieren und dann als fertige Produkte wieder importieren zu müssen. Stattdessen sollte die Verarbeitung im Kanton Graubünden stattfinden.

«Kritische Grösse nicht erreicht»

Der Mitte-Regierungsrat hält aber auch fest: «Wenn wir innovative Projekte fördern, besteht auch immer das Risiko, dass der erwünschte Erfolg nicht eintritt. Dieses Risiko kann man nie ausschliessen, und das scheint hier der Fall zu sein.»

Tatsächlich liess sich Christoph Caprez, Verwaltungsratspräsident von Graubünden Vivonda, in ihrer Mitteilung zitieren: «Trotz grossem Einsatz der Mitarbeitenden, Produzenten und Aktionäre erreichten die Absatzzahlen nicht die kritische Grösse, die für einen Weiterbetrieb nötig gewesen wäre.» Das Ziel der Kommunikation der Marke Graubünden Viva und des Kantons sei es gewesen, die Marke im Detailhandel zu etablieren. (vos/kup)

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