2018 wurde in Graubünden weniger gebaut
Gemessen am Rekordumsatz des Vorjahres ging die Bautätigkeit im letzten Jahr um 7,1 Prozent zurück, wie der Graubündnerischer Baumeisterverband mitteilt. Der Rückgang betrifft insbesondere den Wohnungsbau und übrigen Hochbau.
Im Tiefbau ist der insgesamt marginale Rückgang vor allem den Witterungseinflüssen geschuldet. Konnte im Vorjahr bis vor Weihnachten praktisch ungehindert produziert werden, so war 2018 der Wintereinbruch deutlich spürbarer.
Im Hinblick auf den Start in das angebrochene Jahr stimmen die Arbeitsvorräte positiv. Sie erreichen vor allem im Wohnungsbau und Tiefbau vergleichsweise hohe Werte, wie es weiter heisst. Andererseits deutet das rückläufige Volumen bei der Bauzeitversicherung darauf hin, dass im Hochbau die Dynamik schwinde.
Beschäftigte
Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2018 um 47 Personen (–0,9 Prozent) ab. Sie ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern und den übrigen Ausländern begründet. Per Ende Juni 2018 arbeiteten insgesamt 5041 Personen, davon 1744 Schweizer (+4,6 Prozent), 1012 Kurzaufenthalter (–2,3 Prozent) und 2285 übrige Ausländer (–4,2 Prozent) im Kanton Graubünden. Der Rückgang bei den Beschäftigten wird in der Tendenz durch die geringeren Umsätze plausibilisiert, auch wenn die Stichtage-Erhebung der Beschäftigten nicht direkt mit der Jahreserhebung der Umsätze vergleichbar ist.
Auftragseingang
Im letzten Jahr verzeichneten die Auftragseingänge aufgrund der hohen Nachfrage im Tiefbau einen Höchstwert von 1091,4 Millionen Franken in der achtjährigen Vergleichsperiode. Dies manifestiert die hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und deren Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft. Im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Auftragseingänge zurück. Im Wohnungsbau weist dies laut Mitteilung wohl darauf hin, dass die Dynamik der letzten Jahre aufgrund zunehmender Leerwohnungen etwas eingebremst wird. Da das Grossprojekt der Justizvollzugsanstalt in Cazis im Jahr 2017 in die Sparte übriger Hochbau gehörte, ist deren Rückgang keine Überraschung.