Marc Gianola – die bodenständige Legende
Marc Gianola trug zeit seines Lebens die Farben Blau und Gelb, wenn er auf dem Eis dem Puck nachjagte. Die Juniorenzeit absolvierte der Engadiner in den blau-gelben Shirts des EHC St. Moritz. Als 20-Jähriger wechselte Gianola zum HC Davos, der in diesem Jahr wieder in die Nationalliga A aufgestiegen war. Am Ende waren es 16 Saisons, die der Verteidiger aneinanderreihte für die Landwassertaler. In der 17. musste er verletzungsbedingt aufhören, es hätten also auch mehr werden können. Viermal wurde Gianola in dieser Zeit Meister (2002, 2005, 2007, 2009), dreimal gewann Gianola den Spengler Cup.
Hier gehts zu den ersten drei Teilen der Legendenserie:
Richard «Bibi» Torriani – Mit Eiercognac zu 19 Meistertiteln
Das defensive Gewissen hinter den Stars
Meistens, wenn es um den HCD der 90er und der Nullerjahre geht, spricht man von der Ära von Arx/Del Curto, oder von der legendären Achse um die drei Center von Arx/Rizzi/Marha. Marc Gianola wird selten erwähnt. Das hat mehrere Gründe.
Del Curto ist Kult, wegen seiner Art, seiner für Trainer ungewöhnlich langen Zeit beim gleichen Verein und nicht zuletzt seinen Interviews. Von Arx war für viele schlicht der beste Schweizer Stürmer in dieser Zeit und unter anderem der erste NHL-Torschütze aus der Schweiz.
Und Marc Gianola? Er war kein Spektakelspieler, bot keine legendären Interviews, hatte auch keine Skandale. Marc Gianola stand für andere Attribute: Zuverlässigkeit, Unaufgeregtheit, Konstanz und für defensive Stabilität. Gianola war ein wichtiger Arbeiter, ein Vorbild für die Jungen. Gianola trug zuletzt die Captainbinde und war der verlängerte Arm von Arno Del Curto. Wichtig war er auch im Boxplay, eine Spezialität des damaligen HCD, eine, die mitunter auch zu den Erfolgen beitrug. Der HCD war nicht nur wegen seiner offensiven Durchschlagskraft so erfolgreich, sondern auch wegen Verteidigern wie Marc Gianola. Doch auch offensiv wusste sich der Verteidiger immer wieder in Szene setzen. In insgesamt 833 NLA-Spielen kam Gianola auf 231 Skorerpunkte.