Ein Bündner schiesst die Schweiz zum Gruppensieg – jetzt wartet «Angstgegner» Schweden
Die Antwort auf die wichtigste Frage an diesem letzten Abend der Gruppenphase gleich vorneweg: Die Schweiz trifft im WM-Viertelfinal auf Schweden. Schweden? Ja, immer diese verflixten Schweden. Aber in diesem Jahr stehen die Sterne gut, endlich Revanche am Angstgegner zu nehmen. Die Schweiz schliesst die WM-Vorrunde ohne Niederlage ab. Der Spitzenkampf gegen Finnland wird aber zum Krimi, den die Schweizer mit 4:2 gewinnen.
Das Spiel
Nach den Kantersiegen in den letzten Tagen wartet auf die Schweiz im abschliessenden WM-Gruppenspiel eine richtige Knacknuss: Finnland. Wie die Schweiz noch unbesiegt. Ein Eishockey-Leckerbissen. Wobei einer der Nati zumindest vor dem ersten Bully die Show raubt: Skistar Marco Odermatt läutet mit einer Kuhglocke die Partie ein. Während «Odi»-Rufe durch die Arena branden, fragen die finnischen Journalisten auf der Medientribüne verwirrt nach dem «Glöckner». Und zucken beim Namen Marco Odermatt mit den Schultern.
Damit ab aufs Eis. Wo's erst einmal so zur Sache geht wie am Lauberhorn. 40 Sekunden brauchen die Schweizer für ihren Führungstreffer – für Biasca ist es die Premiere an diesem Turnier. Nach vier Minuten und dem Tor von Jäger stehts bereits 2:0. Nach dem Odi-Auftritt verwandelt sich die Arena zum zweiten Mal in ein Tollhaus. Die Schweizer sind auch nach der frühen Führung das bessere Team, gestehen dem Gegenüber kaum gefährliche Abschlüsse. Erst kurz vor der ersten Pause steht Berra im Fokus, als ein Abschluss der Finnen im Aussennetz landet.
Bis zum ersten Aufreger im Mittelabschnitt dauerts etwas. Kurz vor Spielhälfte packt Berra die Megaparade aus, verschiebt sich bei einem Distanzschuss der Finnen blitzschnell. Und die Schweizer? Sie haben etwas an ihrer Zielstrebigkeit eingebüsst, finden den Weg Richtung Tor nicht mehr so direkt wie noch im ersten Durchgang. Die Zahl dazu: Bloss zwei Abschlüsse bringt rot-weiss im zweiten Drittel aufs Tor. Die Strafe folgt innert zweieinhalb Minuten: Doppeltorschütze Barkov macht aus einem 0:2 ein 2:2. Immerhin gelingt es den Schweizern im dritten Drittel den Schwung der Finnen zu brechen. Doch im eigenen Spiel nach vorne fehlt es weiter an Zielstrebigkeit und Präzision. Da brauchts ein Powerplay für die Entscheidung: Rund drei Minuten vor dem Ende ist es erneut Jäger, der trifft. Und die Schweiz damit zum Gruppensieg schiesst. Die Bilanz: sieben Spiele, sieben Siege. Das 4:2 ins leere Tor durch Hischier ist kurz vor dem Ende die Entscheidung. Nebenbemerkung: die Vorlage kommt von Jäger.
Die Bündner und HCD-Spieler
Ken Jäger: Der Center erhält bei seinem zweiten Turniertor viel Platz – verzögert aber auch herrlich und versenkt die Scheibe souverän in den Maschen. Kommt im Boxplay und im Powerplay zum Einsatz. Und krönt in Überzahl seine starke Leistung mit dem 3:2. Dazu kommt der Assist zum 4:2. Man of the Match.
Dominik Egli: Der Bald-Davoser sprüht von Beginn an vor Offensivdrang. Vor dem 1:0 von Biasca bringt der Verteidiger die Scheibe von der rechten Seite in die Gefahrenzone. Ein paar Augenblicke später prüft er den finnischen Goalie Annunen mit einem Distanzschuss. Auch defensiv macht der Partner von NHL-Star Roman Josi einen starken Job.
Nino Niederreiter: Der NHL-Stürmer ist gerade im Powerplay eine stetiger Gefahrenherd in seiner «Stube» vor dem Tor. Seine dicke Möglichkeit hat Niederreiter aber bei fünf gegen fünf, als er die Scheibe durch die Beine von Annunen schiebt – aber nicht über die Linie. Quasi im Gegenzug fällt das 2:2.
Sven Jung: Kommt als siebter Verteidiger nicht mehr auf so viel Eiszeit wie zuletzt bei den Pflichtsiegen gegen Ungarn, Österreich und Co.
Simon Knak: Wieselt, läuft und bringt wie immer extrem viel Energie aufs Eis. Einen Abschluss aufs Tor bringt der Stürmer aber nicht zustande.
So gehts weiter
Mit einem Ruhetag. Und den Viertelfinals am Donnerstag. Die Schweiz bekommt es als Gruppensieger mit den Schweden zu tun.