Causa Wohlwend: Ein unwürdiges Schauspiel
Christian Wohlwend ist nicht mehr Trainer des HC Davos. Dass sein noch bis im Frühling laufender Vertrag per sofort aufgelöst wurde, erstaunt auf den ersten Blick. Der HCD steht aktuell auf Platz 7 und damit knapp hinter einem direkten Play-off-Platz, im Frühling stand man erstmals seit fünf Jahren wieder in den Play-off-Halbfinals. Mit gewissen Aktionen (Stichwort: Flaschenwurf) sowie unüberlegten Aussagen in Interviews (Stichwort: Kritik an eigenen Fans) sorgte Wohlwend während seiner rund dreieinhalbjährigen Amtszeit bei seinen Vorgesetzten aber teilweise für rote Köpfe. Wie aus dem Klubumfeld zu vernehmen ist, bröckelte der Rückhalt des Engadiners innerhalb der Mannschaft schon länger. Auch das Verhältnis mit Sportchef Jan Alston soll seit geraumer Zeit nicht das beste sein.
Insofern gibt es durchaus Gründe für die sofortige Trennung. Was aber nicht unerwähnt bleiben darf: Der HC Davos gab in der ganzen Causa Wohlwend keine gute Figur ab. Dass man einen Trainer, seit über dreieinhalb Jahren im Verein, bis in den Januar im Ungewissen tappen lässt, ist ein unwürdiges Schauspiel. Gerade weil sich Wohlwend als Eishockeycoach in einem sehr überschaubaren Arbeitsmarkt bewegt, ist eine vorzeitige Zukunftsregelung elementar.
Knall in Davos: Trainer Christian Wohlwend ist per sofort weg
Die ganze Posse erreichte am Montagabend ihren Höhepunkt, als gewisse Informationen aus Klubkreisen an die Öffentlichkeit drangen. Spätestens dann dürfte Wohlwend gewusst haben, beim HCD keine Zukunft mehr zu haben. Insofern dürfte der definitive Entscheid, den die sportliche Kommission am Mittwoch bekannt gab, für den 46-Jährigen auch eine Art Erleichterung sein. Zwar hatte die Mannschaft seit dem Spiel gegen Ajoie frei, Wohlwend stand dennoch bereits mit abgesägten Beinen da.