Wenn die Gondeln Hoffnung tragen
Es war einmal mehr ein harter Winter für die Sportanlagen AG Val Müstair. Mangels Schnee konnten die drei Skilifte erst am 24. Januar 2017 in Betrieb gesetzt werden. «Es war ein Geschäftsjahr zum Heulen», meint Präsident Vito Stupan. Doch heulen nütze nichts, man müsse handeln. Er setzt darum alle Hoffnung in das Projekt «La Sassa-Minschuns», das aus einer neuen Zubringer-Gondelbahn nach Alp da Munt, einer Beschneiung der Talabfahrt und dem Feriendorf Biosfera La Sassa in Tschierv besteht. «Wir müssen dieses Projekt so rasch wie möglich realisieren», betont Stupan. Denn wie bisher könne es nicht weitergehen.
Das Projekt kommt voran
Laut Projektkoordinator Aldo Pitsch entwickelt sich das Projekt gut. «Was einmal eine Studie war, ist mittlerweile ein definiertes und sehr konkretes Projekt», sagt er. Alle drei Teilprojekte seien bereit für das Vernehmlassungsverfahren bei den verschiedenen kantonalen Departementen, bzw. für die Eingabe der Konzession beim Bund. Wenn alles gut läuft, könnten die ersten Bauarbeiten im Herbst 2018 starten.
Auch bei den Finanzen sieht es gut aus. Für Gondelbahn und Beschneiung werden sechs Millionen Franken benötigt, wovon dank Gemeinde, Kanton und Bund rund fünf Millionen Franken schon gesichert sind. Die beschlossene Kapitalerhöhung der Sportanlagen AG Val Müstair von einer Million Franken ist auf Kurs. Das Aktienkapital ist im Oktober um 600'000 Franken erhöht worden. Innerhalb von zwei Jahren muss nun noch eine zweite Tranche von 400'000 Franken zusammenkommen. Das Resort wird komplett von der Investorengruppe Domenig aus Chur finanziert.
Kritik kommt von aussen
Das Projekt «La Sassa-Minschuns» wurde von der Präsidentenkonferenz Engiadina Bassa/Val Müstair als systemrelevant eingestuft. Es ist Teil des regionalen Richtplans und wird mit oberster Priorität behandelt. Gemäss Pitsch ist das Projekt für die Zukunft des Tals existenziell. Die Gondelbahn sei nicht nur ein zentrales neues Angebot für den Winter, sondern werde ganzjährig betrieben.