Naturmetropole der Alpen neu gedeutet
Vor 14 Jahren wurde die Marke Graubünden lanciert. Heute hat sie über 120 Partner und Lizenznehmer. Am diesjährigen Markentag in der Postremise in Chur haben Vertreter aus verschiedenen Branchen und Unternehmen unter anderem diskutiert, wie die Markenidee «Naturmetropole Graubünden» ein Gesicht bekommt.
Etwa Francisca Obrecht. Sie ist die neue Präsidentin des Markenrates Graubünden. Sie sehe es als Stärke, dass man weggekommen sei vom reinen Tourismusmarketing, meinte die Weinmacherin aus Jenins, und jetzt eine gesamtheitliche volkswirtschaftliche Sicht habe. Die Botschaft der Naturmetropole gelte es nun mit echten Inhalten zu füllen. «Und dafür wurde bereits ein ausgezeichneter Nährboden geschaffen», ist die Vorsitzende des 17-köpfigen Gremiums überzeugt. Das Naturprodukt Wein etwa, passe bestens zum neuen Slogan.
Themenfelder besetzen
Die Naturmetropole der Alpen zeichne sich durch unterschiedliche Aspekte aus, erläuterte Gieri Spescha, Geschäftsführer der Marke Graubünden. Diese Themenfelder gelte es zu besetzen. Etwa den Trend intelligente Mobilität, indem man Verkehrsteilnehmer und Anbieter digital vernetze und autonome Fahrsysteme einsetze. Oder das Themenfeld Innovation mit neuen Arbeitsmodellen. Oder die ganzheitliche Gesundheit mit den Grundpfeilern Training, Entspannung, Behandlung und Therapie.
Brutal lokal
Mit dem sogenannt lokalen Tourismus will man weiters auf Nischen- angebote in Kultur, Wellness und Gesundheit setzen und so die Potenziale des Ganzjahrestourismus ausnützen. Und im Bereich Genuss mit der Formel «Brutal lokal» das Exklusive vor Ort herausstreichen.
Für Hauptreferent Torsten Tomczak, Professor an der Universität St. Gallen, klang die Markenidee Naturmetropole jedenfalls «hoch- attraktiv».
Ziel mit Inspiration verknüpfen
In seinem Vortrag erläuterte Tomczak, wie Marketing einst funktionierte, nämlich mit sogenannter emotionaler Konditionierung. Und wie man heute starke Marken schafft: indem man vorerst eine klare Strategie definiert und einen «Purpose», eine Absicht also oder ein Ziel.
Dann gelte es, diese mit Inspiration zu verknüpfen; indem Menschen innerhalb und ausserhalb des Unternehmens den Geist der Marke leben. Und schliesslich heisse es, attraktiv zu kommunizieren. «Der Markenmanager wird gewissermassen zum Wanderprediger.»
Begehrlichkeit steigern
Viele solche Wanderprediger wünschte sich Jon Domenic Parolini, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements. Er bekräftigte, dass die Marke nicht bloss als Logo zu sehen sei, sondern als Wert. «Wir wollen die Begehrlichkeit von Graubünden als Wohn-, Arbeits- und Ferienort steigern», so Parolini. Denn alle würden in diese positive Idee einzahlen – und alle von dieser wirtschaftlichen Klammer profitieren.