Alles bereit an der Bündner Ostgrenze
Der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil hat vor wenigen Tagen durchblicken lassen, dass Österreich wegen des ungebremsten Flüchtlingsstroms nach Italien am Brenner Kontrollposten vorbereitet. Der Brenner ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas. Obwohl die Aussage von Doskozil mittlerweile wieder relativiert wurde, ist das Szenario «Grenzkontrolle am Brenner» nicht auszuschliessen. Stichproben werden bereits heute durchgeführt. Auf dem Reschenpass direkt nach Martina scheint sich ebenfalls etwas zu tun. Mehrere Container stehen plötzlich da. Stichkontrollen gibt es auch hier. Sollte es also plötzlich mit der Flüchtlingswelle losgehen, wird der Grenzwachtkorps in Martina und in Müstair gefordert sein.
Mehr Infrastruktur und Leute
«Wir haben unsere Planung auf Basis der Szenarien des Bundes durchgeführt und diese mit unseren Partnern, insbesondere der Kantonspolizei, abgesprochen», sagt der Kommandant der Grenzwachtkorps-Region III, Markus Kobler. Analog zum Beispiel des Tessins werden in den Bündner Grenzregionen Massnahmen ergriffen, sobald der Zustrom an Migranten massiv zunimmt. Von «mehr Infrastruktur vor Ort und mehr Leuten», spricht Kobler. «Wir sind in der Lage, kurzfristig sehr schnell zu reagieren», sagt er. Je nach Situation sei eine gegenseitige Unterstützung zwischen den Grenzwachtregionen vorgesehen sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei. Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen an der Schweizer Ostgrenze rechnet Kobler bei vermehrten Kontrollen auf Brenner und Reschen nicht, «solange das Regime mit stichprobeartigen Kontrollen nicht geändert wird».
Auf die Frage, ob schon in diesem Sommer Veränderungen anstehen, meint der Kommandant: «Wir analysieren die Situation laufend, immer mit Blick auf den grenznahen Raum, auf Italien und das Mittelmeer. Im Moment ist die erwartete Flüchtlingsbewegung nicht in dem Ausmass, wie erwartet, eingetroffen»