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Politik

Mathias Zopfi wünscht sich einen stärkeren Landrat

Gestern hat der Landrat den 33-Jährigen als 132. Landratspräsidenten ehrenvoll gewählt. Der Jurist ist der erste grüne Landratspräsident und der siebte aus Engi. Er durfte traditionsgemäss drei Wünsche anbringen.
29.06.2017, 05:00 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Lassen Sie uns beim Politisieren immer an die Menschen denken», wünschte Mathias Zopfi als erstes in seiner Antrittsrede. Der Landrat solle zeigen, dass er nicht einfach eine Debattierstube sei, sondern eine würdige Vertretung aller Glarnerinnen und Glarner.

Vertrauen gewinne der Landrat dadurch, indem er seine Aufgaben gewissenhaft mache und sich für «das Wohl aller, für die Res publica und somit eben auch und gerade für Andersdenkende» einsetze. Dies im Gegensatz zu gewissen Demagogen, deren Programm vor allem aus der Verunglimpfung des politischen Gegners, letztlich aber eigentlich aller Andersdenkenden, bestehe.

Der Landrat habe zwar viel weniger Kompetenzen als die anderen Kantonsparlamente, so Zopfi weiter. Trotzdem spiele er eine wichtige Rolle, wenn es um die demokratische Willensbildung gehe. Und: «Das Vertrauen der Mehrheit der Stimmberechtigten in die Behörden ist in Glarus noch vorhanden.»

Seinen zweiten Wunsch bezeichnete Zopfi als etwas belehrend. «Bleiben Sie so anständig und respektvoll, wie wir es uns gewohnt sind.» Das Glarner Parlament zeichne sich dadurch aus, dass die Diskussionen anständig, ruhig und sachlich verliefen.

Ein Parlamentsdienst wäre gut

Hingegen dürfe der Landrat stärker sein. «Manchmal habe ich das Gefühl, dass er sich gegenüber dem Regierungsrat gar wenig traut.» Falsch sei das nicht: «Aber es ist auch wichtig, dass wir unsere kritische Rolle als unabhängige Staatsgewalt stets wahrnehmen.» Dafür benötige er indes Unabhängigkeit, Informationen und Ressourcen. Womit er auf einen eigenen Parlamentsdienst anspielte. Andere Kantone machten gute Erfahrungen damit. Auch Glarus dürfe eigene Ressourcen fordern, so Zopfi. Sein dritter Wunsch lautete deshalb, die Unabhängigkeit des Landrates zu stärken und in seinem Präsidialjahr über einen schlanken, aber leistungsfähigen Parlamentsdienst zu beraten.

Er sei dann nicht der jüngste Landratspräsident, wie Zopfi aufklärte. Diese Ehre gebühre einem Alfred Blumer, indes auch ein Engeler, der 1906 mit 32 Jahren gewählt wurde.

Gestern hat der Landrat:
-Mathias Zopfi (Grüne) zum neuen Landratspräsidenten und Hans-Jörg Marti (FDP) zum neuen Mitglied des Büros gewählt;
-Matthias Auer (FDP) zum neuen Präsidenten der Kommission Recht, Sicherheit und Justiz gewählt;
-das Protokoll der Landsgemeinde genehmigt;
-die Jahresplanung 2017/18 zur Kenntnis genommen;
-die Berufsbildungsverordnung verabschiedet;
-die Lohnverordnung verabschiedet;
-die Geschäftsberichte der Kantonalbank und des Kantonsspitals zur Kenntnis genommen;
-die Postulate «Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge» und «Einführung Lehrgang Pflegefachpersonen» überwiesen;
-die Antworten der Regierung auf die Interpellationen «Umsetzung Gewässerraumzonen» und «Rückweisung Informatikgesetz» zur Kenntnis 
genommen.









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