Hat Klosters bald wieder eine Gemeindeversammlung?
Der Gemeinderat Klosters-Serneus hat kürzlich den Strukturvorschlag «4 gewinnt plus» nach einer intensiven Diskussion zur Vertiefung und Vorbereitung einer Abstimmungsvorlage zu Handen einer Verfassungskommission verabschiedet.
Grund für die Überprüfung der politischen Führungsstrukturen war eine Motion und die im vergangenen Jahr abgelehnte Volksinitiative «Gemeindeversammlung statt Gemeinderat». In der Folge beauftragte der Gemeindevorstand eine Arbeitsgruppe mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die künftige Neugestaltung der politischen Führungsstrukturen.
Diese soll nun laut einer Mitteilung Details ausarbeiten. Grösste Neuerung dabei ist die Einführung einer Gemeindeversammlung. Sie soll bestimmte Geschäfte an Stelle der Urnengemeinde behandeln. Weiter soll der Gemeinderat von 15 auf elf Mitglieder verkleinert und die Geschäftsprüfungskommission vom Gemeinderat losgelöst werden. Schliesslich soll die Baukommission zur Baubehörde mit Entscheidungskompetenz aufgewertet und an der Urne gewählt werden.
Der Vorschlag stiess im Gemeinderat nicht nur auf Zustimmung: Die FDP-Gemeinderäte Albert Gabriel und Hans Ueli Wehrli störten sich an der zusätzlich vorgesehenen Gemeindeversammlung. Laut Gabriel bedarf es keiner grundsätzlichen Änderung des politischen Systems. Dies wiederum stiess bei den Gemeinderäten Johannes Joos, Ueli Marugg und Hans-Peter Garbald jun. auf wenig Gegenliebe. Sie sehen die Gemeindeversammlung als Massnahme zur Wiederherstellung des Vertrauens in die politischen Behörden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
Schliesslich trat der Gemeinderat mit 11:2 Stimmen auf das Geschäft ein. Ein Antrag, auf die Gemeindeversammlung zu verzichten, wurde mit 7:6 Stimmen abgelehnt. (so)