17-Jährige sollen schon ans Steuer dürfen
Die obligatorischen Weiterbildungskurse für Neulenker (WAB) wurden im Jahr 2005 als Teil der Zwei-Phasen-Ausbildung eingeführt. Dieses Modell der Fahrausbildung will der Bund nun mit einem Massnahmenpaket revidieren. Die vom Bundesamt für Strassen (Astra) vorgeschlagenen Änderungen haben für angehende Autofahrer weitreichende Folgen. Künftig sollen Jugendliche schon ab dem 17. Geburtstag Auto fahren lernen dürfen. Im Gegenzug will der Bund sie zu einer einjährigen Lernfahrzeit verpflichten, bevor sie an die praktische Prüfung dürfen. Was übrigens nicht nur für die 17-Jährigen, sondern für jeden angehenden Autolenker bis 25 Jahre gelten soll.
Bei den Fahrlehrern stösst diese Änderung auf Ablehnung. «Auch die 17-Jährigen selbst sind dagegen», sagt Sepp Landolt. Laut dem Näfelser Fahrlehrer und Geschäftsführer des Verkehrszentrums Glarnerland seien die Jugendlichen noch nicht bereit dazu, wie sie selbst sagen würden.
Eine Lockerung der Auflagen sieht der Entwurf des Astra hingegen bei der Automatikprüfung vor. Wer künftig die Fahrprüfung in einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe macht, soll auch handgeschaltete Autos fahren dürfen. Beides kann im Moment nur, wer die Prüfung auf einem geschalteten Fahrzeug absolviert hat.
Dass der Automateneintrag wegfallen soll, sei eine grosse Änderung, sagt Landolt. «Die Meinungen unter den Fahrlehrern gehen hier weit auseinander.» Man habe sich allerdings schon fast damit abgefunden, dass diese Änderung umgesetzt werde.
Und allgemein zur Revision der Zwei-Phasen-Fahrausbildung meint Landolt: «Es ist eine sehr umfangreiche Revision, wobei es gute Änderungen gibt und solche, die nicht zum Wohl der Verkehrssicherheit sind.»