Velolampen im Kassensturz-Test: Der 100-Franken-Sieger hat einen Haken | Südostschweiz
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Velolampen im Kassensturz-Test: Der 100-Franken-Sieger hat einen Haken
Zehn Velolampen-Sets treten im «Kassensturz»-Test gegeneinander an. Das teuerste Produkt gewinnt, doch ausgerechnet sein Rücklicht macht überraschend früh schlapp.
Mit dem Beginn der dunkleren Jahreszeit wird eine gute Beleuchtung am Velo wieder besonders wichtig. Trotzdem ist laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung jede vierte Person bei Dunkelheit ohne Licht unterwegs. Dabei liegt das Unfallrisiko für Velofahrer nachts deutlich höher als am Tag. «Kassensturz» und das Konsumentenmagazin «Saldo» haben deshalb zehn wiederaufladbare Sets aus Front- und Rücklicht im Labor prüfen lassen.
Veloplus gewinnt den Velolampen-Test
Den ersten Platz belegt das «Apollo 500 + Sichtbar Pro Lichtset» von Veloplus. Mit der Gesamtnote 5,2 erzielt es das beste Ergebnis unter den zehn untersuchten Produkten.
Das Set überzeugte insbesondere bei der Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer. In dieser Kategorie erhält es die Note 5,5. Auch die Handhabung bewerteten die Tester mit der hohen Note 5,9.
Mit einem Testpreis von 99.90 Franken ist der Testsieger gleichzeitig das teuerste Produkt im Vergleich. Vollständig überzeugen kann aber auch das Veloplus-Set nicht.
Beim Testsieger hält das Rücklicht nur eine Stunde
Die deutliche Schwäche des Testsiegers ist sein Akku. Das Rücklicht hielt bei maximaler Leistung lediglich eine Stunde durch. Für die Akkuleistung erreicht das Set deshalb nur die Note 4,1.
Veloplus erklärte gegenüber «Kassensturz», dass es bei dem Rücklicht «Sichtbar Pro» je nach Produktionscharge Probleme mit der Akkulaufzeit gegeben habe. Das Produkt sei ein Auslaufmodell und in einigen Geschäften bereits nicht mehr erhältlich.
Damit läuft auch das getestete «Apollo 500 + Sichtbar Pro Lichtset» aus. Ein neues Rücklicht soll das bisherige Modell ersetzen.
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: Wer sich für den Testsieger interessiert, sollte vor dem Kauf genau prüfen, welches Rücklicht im angebotenen Set enthalten ist.
Decathlon landet auf dem zweiten Platz
Auf Platz zwei folgt das «Velo Beleuchtungsset USB-ST920» der Decathlon-Marke Elops. Das 49 Franken teure Set erreicht die Gesamtnote 5,0.
Die Lampen schneiden sowohl bei der Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer als auch bei der Akkuleistung gut ab. Allerdings zeigte sich auch hier ein Problem, das bei mehreren getesteten Produkten auftrat: Der Akku des Frontlichts hielt deutlich länger als jener des Rücklichts.
Ebenfalls mit «gut» bewertet werden das «Sonora 550 Lichtset» von Stoke für 44.95 Franken und das «Beleuchtungsset Hecto & Femto Drive 500» von Lezyne für 65.30 Franken. Beide erreichen die Gesamtnote 4,9.
Günstiges Landi-Set erhält ebenfalls ein gutes Urteil
Dass eine gute Velobeleuchtung nicht zwingend besonders teuer sein muss, zeigt das «Fahrradlichtset Midi» von Landi. Es kostet 29.95 Franken und erhält die Gesamtnote 4,8.
Bei der Ausleuchtung der Fahrbahn erreicht das Landi-Set die gute Note 5,0. Auch bei der Sichtbarkeit und der Handhabung erzielt es ordentliche Ergebnisse. Lediglich bei der Akkuleistung bleibt das Produkt mit der Note 4,2 hinter den bestplatzierten Sets zurück.
Damit ist das Landi-Modell das günstigste der fünf mit «gut» bewerteten Produkte.
Intertronic bietet die beste Akkuleistung
Das ebenfalls 29.95 Franken teure «LED Bike Light Lampen-Set» von Intertronic verpasst mit der Gesamtnote 4,7 knapp ein gutes Gesamturteil.
Dafür besitzt es den besten Akku im gesamten Vergleich. In dieser Kategorie erreicht das Set die Note 5,4. Während das Frontlicht von Lezyne bei maximaler Leistung nach einer Stunde und 16 Minuten ausging, hielt das Intertronic-Frontlicht laut «Kassensturz» fünfeinhalb Stunden durch.
Für die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer erhält das Intertronic-Set allerdings lediglich die Note 4,3. Weil die Beleuchtung im Test besonders stark gewichtet wurde, reichte die sehr gute Akkuleistung nicht für einen Spitzenplatz.
Das Set von Migros Active kostet ebenfalls 29.95 Franken und erhält die Gesamtnote 4,7. Die Tester stellten bei diesem Produkt weder besonders grosse Stärken noch gravierende Schwächen fest.
Temu-Velolampe für knapp zehn Franken fällt durch
Auf dem vorletzten Platz landet das «Bicycle Light Set PV859967» der Marke Phmax. Das bei Temu gekaufte Set war mit 9.65 Franken das günstigste Produkt im Test.
Es erreicht lediglich die Gesamtnote 3,9 und damit das Urteil «ungenügend». Besonders problematisch ist das Rücklicht: Dieses war bei Nacht nur bis zu einer Entfernung von acht Metern sichtbar. Das Frontlicht schnitt dagegen besser ab.
Temu teilte mit, dass das betroffene Produkt aus dem Verkauf genommen worden sei. Auch der Verkauf ähnlicher Lampen sei vorsorglich ausgesetzt worden, während weitere Überprüfungen durchgeführt würden.
Auch ein Velolicht von Knog ist ungenügend
Den letzten Platz belegt das «Blinder Skull»-Set von Knog. Das bei Brack gekaufte Produkt kostete zum Testzeitpunkt 54.45 Franken und erreicht die Gesamtnote 3,7.
Bei diesem Set genügte die Leistung des Frontlichts nicht. Es war bei Dunkelheit nicht auf die gesetzlich geforderte Entfernung von 100 Metern sichtbar.
Der Schweizer Importeur weist darauf hin, dass das Licht bewusst breit gestreut werde. Dadurch sollen Velofahrer im Stadtverkehr auch von der Seite besser erkannt werden. Nach Ansicht des Importeurs bilde die im Labor berechnete Reichweite die Wahrnehmung im Strassenverkehr deshalb nicht vollständig ab.
Ein zweites Set von Knog erhält die Gesamtnote 4,4. Beim «Blinder 400 & Plus Bike Light Set» brach während des Falltests ein Teil der Rücklichthalterung ab. Dafür zogen die Tester eine halbe Note ab.
So wurden die Velolampen getestet
Das Prüflabor untersuchte alle zehn Front- und Rücklicht-Sets in drei Hauptbereichen. Die Beleuchtung floss mit 80 Prozent am stärksten in das Ergebnis ein. Dabei wurden die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer und die Ausleuchtung der Fahrbahn geprüft.
Die Akkuleistung machte 15 Prozent der Gesamtnote aus. Gemessen wurden sowohl die Laufzeit bei maximaler Helligkeit als auch die benötigte Ladezeit. Die restlichen fünf Prozent entfielen auf Montage, Bedienung und Handhabung.
Zusätzlich mussten die Lampen einen Spritzwasser- und einen Falltest bestehen. Alle Produkte waren ausreichend gegen Wasser geschützt. Neun der zehn Sets überstanden auch die Stürze aus einem Meter Höhe ohne Schäden.
Am Ende erhält keine Velolampe die Bewertung «sehr gut». Der Test zeigt aber, dass brauchbare Beleuchtungssets bereits für rund 30 Franken erhältlich sind. Vom besonders günstigen Temu-Produkt raten die Ergebnisse dagegen klar ab.