Unwetter überflutet Katalonien – auch Barcelona wird schwer getroffen | Südostschweiz
Panorama
Unwetter überflutet Katalonien – auch Barcelona wird schwer getroffen
Heftige Regenfälle haben in Katalonien Strassen, Keller und Metrostationen überflutet. Besonders betroffen waren Barcelona und mehrere Regionen entlang der Mittelmeerküste.
Nach den schweren Unwettern in Südfrankreich hat heftiger Starkregen auch den Nordosten Spaniens getroffen. In Katalonien fielen am Dienstag, 29. September, innerhalb kürzester Zeit enorme Regenmengen. Die spanische Wetterbehörde AEMET rief zeitweise die höchste Warnstufe Rot aus. In Teilen der Provinz Barcelona wurden innerhalb einer Stunde rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter registriert.
Diese Regionen in Katalonien waren besonders betroffen
Von den heftigen Niederschlägen betroffen waren vor allem die Küsten- und Vorküstenregionen zwischen Tarragona, Barcelona und Girona.
Besonders viele Einsätze wurden aus folgenden Gebieten gemeldet:
Barcelona und das Barcelonès
Vallès Occidental mit Sant Cugat del Vallès
Baix Llobregat mit L'Hospitalet und Cornellà
Alt Penedès und Garraf
Anoia
Maresme
Vallès Oriental
La Selva
Baix Empordà und der Raum Girona
Teile der Provinz Tarragona
Sant Cugat del Vallès gehörte zu den am stärksten betroffenen Orten. Dort liefen Geschäfte, Keller und Tiefgaragen voll. In einzelnen Garagen soll das Wasser zeitweise eine Höhe von fast zwei Metern erreicht haben.
Auch in L'Hospitalet de Llobregat und Cornellà mussten die Einsatzkräfte zu zahlreichen überfluteten Gebäuden und Strassen ausrücken.
Überschwemmungen legen Teile von Barcelona lahm
In Barcelona führte der Starkregen zu erheblichen Problemen im öffentlichen Verkehr. Wegen überfluteter Streckenabschnitte und Stationen wurde der Betrieb auf mehreren Metrolinien zeitweise eingeschränkt.
Betroffen waren unter anderem Abschnitte der Linien L1, L3, L4, L5 und L11. Die Ronda de Dalt musste auf Höhe des Vall d'Hebron wegen Überschwemmungen zeitweise gesperrt werden.
Auch der regionale und überregionale Bahnverkehr geriet durcheinander. Renfe setzte mehrere Hochgeschwindigkeits- und Mittelstreckenzüge vorübergehend aus. Auf verschiedenen Rodalies-Linien galten Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Am Flughafen Barcelona-El Prat verursachten die Gewitter zahlreiche Verspätungen. Einzelne Flüge wurden gestrichen. An mehreren Schulen drang ebenfalls Wasser in die Gebäude ein.
Mehr als 1700 Notrufe wegen des Unwetters
Beim katalanischen Notruf gingen während des Unwetters mehr als 1700 Anrufe ein. Die Feuerwehr rückte nach Angaben der Behörden zu insgesamt 864 wetterbedingten Einsätzen aus.
Meist ging es um überflutete Wohnungen, Keller und Parkhäuser, Wasseransammlungen auf Strassen oder umgestürzte Bäume.
Der medizinische Notdienst betreute 63 Menschen. 14 von ihnen wurden in Spitäler gebracht. Acht Personen galten als weniger schwer und sechs als leicht verletzt. Schwere Personenschäden wurden in der vorläufigen Bilanz nicht gemeldet.
In Girona stieg das Wasser am Dienstagabend
Nachdem zunächst vor allem Tarragona und der Grossraum Barcelona betroffen waren, verlagerte sich das Unwetter im Laufe des Dienstags weiter nach Norden.
Im Raum Girona und im Baix Empordà stiegen die Pegel mehrerer Flüsse und Bäche deutlich an. In Torroella de Montgrí und L'Estartit stand das Wasser auf einzelnen Strassen zeitweise 40 bis 50 Zentimeter hoch.
Besonders beobachtet wurden der Fluss Daró und die Riera Gotarra. Nach dem Ende der stärksten Niederschläge normalisierten sich die Pegel jedoch wieder.
Alarmstufe ist inzwischen aufgehoben
Der katalanische Zivilschutz hat die Alarmstufe des Hochwasserplans INUNCAT am Mittwochmorgen aufgehoben. Für Mittwoch werden in Katalonien keine flächendeckenden intensiven Niederschläge mehr erwartet.
Die Situation an den Flüssen und Bächen hat sich nach Angaben der Behörden ebenfalls weitgehend normalisiert. Bereits am Donnerstagnachmittag könnten allerdings neue Regenfälle die westliche Hälfte Kataloniens erreichen.
Reisende sollten deshalb weiterhin die aktuellen Wetterwarnungen sowie mögliche Einschränkungen im Bahn-, Strassen- und Flugverkehr kontrollieren.
Diese Karte zeigt den Regen über Katalonien
Der katalanische Wetterdienst Meteocat stellt eine laufend aktualisierte Radarkarte zur Verfügung. Sie zeigt, wo aktuell Niederschlag fällt und wie intensiv der Regen ist.
Zusätzlich enthält die Karte eine Kurzfristprognose für die kommende Stunde. So lässt sich erkennen, ob sich neue Gewitterzellen Barcelona, Girona, Tarragona oder anderen Teilen Kataloniens nähern.