Neutralitätsinitiative: Neue Umfrage kommt bald – das Nein-Lager liegt vorne
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Neutralitätsinitiative ab. Die erste SRG-Umfrage zeigt einen Vorsprung für die Gegner der Vorlage. Schon bald gibt es neue Zahlen.
Die Neutralität gehört seit Jahrzehnten zu den zentralen politischen Themen der Schweiz. Am 27. September entscheiden die Stimmberechtigten nun darüber, ob die Neutralität künftig strikter in der Bundesverfassung geregelt werden soll. Wie die Bevölkerung derzeit zur Neutralitätsinitiative steht, zeigt die erste SRG-Trendumfrage des Forschungsinstituts GFS Bern.
Neue Umfrage zur Neutralitätsinitiative erscheint am 16. September
Die Ergebnisse der zweiten SRG-Trendumfrage werden am 16. September 2026 veröffentlicht. Die Befragung führt erneut das Forschungsinstitut GFS Bern im Auftrag der SRG SSR durch.
Damit erscheint der nächste Stimmungstest nur elf Tage vor der Abstimmung.
Die neue Umfrage dürfte zeigen, ob sich die bisherige Ausgangslage verändert hat oder ob der Vorsprung der Gegner weiterhin besteht.
Erste Umfrage: 54 Prozent würden Nein stimmen
In der ersten SRG-Trendumfrage sprachen sich 54 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten bestimmt oder eher gegen die Neutralitätsinitiative aus.
42 Prozent wollten die Vorlage bestimmt oder eher annehmen. Damit lag das Nein-Lager zum Zeitpunkt der Befragung zwölf Prozentpunkte vor dem Ja-Lager.
GFS Bern weist darauf hin, dass die Ergebnisse einen Unsicherheitsbereich von ±2,8 Prozentpunkten aufweisen. Bei der Neutralitätsinitiative ist der Abstand zwischen den beiden Lagern damit deutlich grösser als dieser statistische Unsicherheitsbereich.
Die Befragung fand zwischen dem 3. und 16. August 2026 statt. Insgesamt wurden die Antworten von 17'212 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.
Viele Stimmberechtigte haben bereits eine feste Meinung
Anders als bei der ebenfalls am 27. September zur Abstimmung stehenden Ernährungsinitiative ist die Meinungsbildung bei der Neutralitätsinitiative bereits relativ weit fortgeschritten.
73 Prozent der Teilnahmewilligen verfügten laut GFS Bern bei der ersten Befragung über eine feste Stimmabsicht für oder gegen die Vorlage.
Bei der Ernährungsinitiative waren es zum Vergleich 60 Prozent.
GFS Bern bezeichnet das Meinungsbild bei der Neutralitätsinitiative deshalb als vergleichsweise gefestigt. Dennoch bleibt offen, wie sich der Abstimmungskampf und insbesondere die Mobilisierung bis zum 27. September auf das tatsächliche Ergebnis auswirken.
Bei der SVP findet die Initiative besonders viel Zustimmung
Deutliche Unterschiede zeigt die erste Umfrage beim Blick auf die Parteianhängerschaften. Unter den befragten SVP-Sympathisierenden wollten 86 Prozent die Neutralitätsinitiative annehmen.
Bei den Anhängerschaften anderer Parteien überwog dagegen die Ablehnung. Bei der Mitte wollten laut SRG-Umfrage 22 Prozent Ja stimmen, bei der FDP waren es 31 Prozent. Bei GLP, SP und Grünen fiel die Zustimmung noch geringer aus.
Auch zwischen den Altersgruppen gibt es Unterschiede. Nach Angaben von GFS Bern stehen ältere Stimmberechtigte der Initiative tendenziell kritischer gegenüber als jüngere. In allen untersuchten Altersgruppen bestand zum Zeitpunkt der ersten Befragung jedoch eine Nein-Mehrheit.
Was fordert die Neutralitätsinitiative?
Die Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität» will die Neutralität der Schweiz strikter in der Bundesverfassung festschreiben.
Die Initiative verlangt unter anderem, dass die Schweiz immerwährend und bewaffnet neutral ist.
Die Schweiz soll keinem Militär- oder Verteidigungsbündnis beitreten und auch nicht mit einem solchen zusammenarbeiten. Eine Ausnahme wäre vorgesehen, wenn die Schweiz militärisch angegriffen wird oder ein solcher Angriff vorbereitet wird.
Ein zentraler Punkt betrifft Sanktionen: Die Schweiz soll grundsätzlich keine Sanktionen gegen kriegführende Staaten ergreifen. Ausgenommen wären Sanktionen der Vereinten Nationen sowie Massnahmen, die verhindern sollen, dass Sanktionen umgangen werden.