Die Migros steht vor einem der grössten Umbrüche ihrer Geschichte. Die zehn regionalen Genossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) wollen sich unter dem Dach einer Gruppengenossenschaft zusammenschliessen. Damit sollen Entscheidungswege kürzer und die Verwaltung schlanker werden. Für die Kundinnen und Kunden stellt sich vor allem eine Frage: Was ändert sich beim Einkaufen?
Migros stellt günstigere Angebote in Aussicht
Künftig soll das Supermarktgeschäft schweizweit zentral geführt werden. Die Migros verspricht sich von der Neuorganisation vor allem mehr Effizienz. Bisherige Doppelspurigkeiten sollen verschwinden, damit der Detailhändler schneller entscheiden und gezielter investieren kann.
Davon soll auch die Kundschaft profitieren. Die Migros stellt günstigere und attraktivere Angebote in Aussicht. Konkrete Preissenkungen nennt das Unternehmen allerdings nicht. Ob der Einkauf tatsächlich billiger wird, ist deshalb noch offen.
Was passiert mit den Filialen und regionalen Produkten?
Die Migros will sämtliche regionalen Produkte weiterhin anbieten. Auch am Label «Aus der Region. Für die Region.» hält sie fest.
Die Kundschaft soll zudem ihre gewohnten Filialen mit dem bisherigen Personal wiederfinden. Gleichzeitig erhofft sich der Detailhändler von der neuen Struktur, zusätzliche Standorte schneller eröffnen zu können.
Die regionale Verankerung soll trotz der Zentralisierung erhalten bleiben. Dafür sind sechs Regionalräte vorgesehen, die künftig die Interessen der verschiedenen Landesteile vertreten.
Migros baut um: Welche Bereiche sind betroffen?
Unter dem Dach der neuen Gruppengenossenschaft sollen künftig sieben Geschäftseinheiten vereint sein: Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Migros Bank und Medbase. Diese Unternehmen sollen weiterhin eigenständig operieren. Die Tochterunternehmen sind laut Migros von den organisatorischen Veränderungen nicht betroffen.
Anders sieht es bei den Verwaltungs- und Führungsstrukturen aus. Dort soll der Umbau über mehrere Jahre erfolgen. Mitarbeitende in den Verkaufsfilialen dürften davon im Alltag kaum etwas spüren.
Ein Stellenabbau sei nicht das Ziel der Neuorganisation, betonte Migros-Präsidentin Ursula Nold. Migros garantiert, dass es in den regionalen Genossenschaften bis mindestens Mitte 2028 keine organisationsbedingten Entlassungen gibt. Für betroffene Mitarbeitende will der Detailhändler nach Möglichkeit andere Stellen innerhalb der Gruppe finden oder die natürliche Fluktuation nutzen. Wie viele Arbeitsplätze von den Veränderungen betroffen sein könnten, liess Nold offen.
Wann wird der Migros-Umbau umgesetzt?
Ob die neue Struktur tatsächlich kommt, entscheiden die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Sie sollen Mitte 2027 in einer Urabstimmung darüber befinden.
Bis dahin arbeitet die Migros die Einzelheiten aus. Klar ist bereits, dass die Umstellung mehrere Jahre dauern würde.
Für die Kundschaft bleibt damit zunächst vieles unverändert. Ob die versprochenen Vorteile bei den Preisen und Angeboten spürbar werden, muss sich erst zeigen.