Mehr Lohn für Schweizer: 2,5 Prozent werden für 2027 gefordert – so viel wäre das | Südostschweiz
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Mehr Lohn für Schweizer: 2,5 Prozent werden für 2027 gefordert – so viel wäre das
Mehr Geld auf dem Lohnzettel: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund fordert für 2027 ein generelles Lohnplus von 2,5 Prozent. Was das bei 5000, 6000 oder 7000 Franken Monatslohn bedeuten würde.
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) verlangt für das kommende Jahr generelle Lohnerhöhungen von 2,5 Prozent. Begründet wird die Forderung unter anderem mit gestiegenen Lebenshaltungskosten, höheren Krankenkassenprämien und einer aus Sicht der Gewerkschaften zu schwachen Lohnentwicklung der vergangenen Jahre.
So viel mehr Lohn wären 2,5 Prozent
Bei einem monatlichen Bruttolohn von 4500 Franken entspräche ein Plus von 2,5 Prozent zusätzlichen 112.50 Franken pro Monat. Der neue Bruttolohn läge bei 4612.50 Franken.
Bei 5000 Franken wären es 125 Franken mehr, bei 6000 Franken 150 Franken und bei 7000 Franken 175 Franken.
Auf ein ganzes Jahr gerechnet – bei zwölf Monatslöhnen – ergibt das:
Heutiger Monatslohn
+ 2,5%
Neuer Monatslohn
Plus pro Jahr *
4500 Fr.
112,50 Fr.
4612,50 Fr.
1350 Fr.
5000 Fr.
125 Fr.
5125 Fr.
1500 Fr.
6000 Fr.
150 Fr.
6150 Fr.
1800 Fr.
7000 Fr.
175 Fr.
7175 Fr.
2100 Fr.
8000 Fr.
200 Fr.
8200 Fr.
2400 Fr.
*Berechnung bei zwölf Monatslöhnen. Bei einem 13. Monatslohn fällt der jährliche Bruttoeffekt entsprechend höher aus.
Bei einem Bruttolohn von 6000 Franken wären es beispielsweise 1800 Franken zusätzlich im Jahr, sofern zwölf Monatslöhne ausbezahlt werden.
Wichtig: Dabei handelt es sich um Bruttobeträge. Wie viel davon netto übrig bleibt, hängt unter anderem von Sozialabgaben und der individuellen Situation ab.
Darum fordert der Gewerkschaftsbund 2,5 Prozent mehr Lohn
Der SGB begründet seine Forderung mit mehreren Faktoren. Nach seiner Rechnung seien 0,6 Prozent Lohnwachstum zum Ausgleich der erwarteten Teuerung, weitere 0,3 Prozent zur Abfederung steigender Krankenkassenprämien und rund ein Prozent aufgrund der gestiegenen Produktivität notwendig.
Hinzu komme ein Nachholbedarf aus den vergangenen Jahren. SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard spricht von einer Kaufkraftkrise. Gerade steigende Krankenkassenprämien und die Teuerung hätten viele Haushalte belastet.
Die jüngsten Inflationszahlen zeigen, dass die Preise weiterhin steigen: Im August 2026 lag der Landesindex der Konsumentenpreise 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Juli erhöhten sich die Preise um 0,4 Prozent. Dazu trugen unter anderem höhere Wohnungsmieten sowie gestiegene Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und stationäre Spitalleistungen bei.
Gewerkschaften fordern mindestens 5000 Franken nach einer Lehre
Der SGB verbindet die Lohnrunde zudem mit einer weiteren Forderung. Wer eine abgeschlossene Berufslehre hat, soll nach Vorstellung der Gewerkschaften künftig mindestens 5000 Franken im Monat verdienen.
SGB-Vizepräsidentin und Unia-Präsidentin Vania Alleva verwies darauf, dass rund ein Drittel der Monatslöhne in der Schweiz unter 5000 Franken liege. Bei Frauen seien es laut SGB sogar 40 Prozent. Besonders grossen Nachholbedarf sieht der Gewerkschaftsbund unter anderem im Gastgewerbe, im Gesundheitswesen, im Bau, im Detailhandel und in Teilen der Industrie.
Bekommen Schweizer 2027 tatsächlich 2,5 Prozent mehr Lohn?
Nein, die 2,5 Prozent sind bislang lediglich eine Forderung.
Es gibt keine schweizweite automatische Lohnerhöhung um diesen Betrag. Wie stark die Löhne 2027 tatsächlich steigen, hängt unter anderem von den Verhandlungen in den einzelnen Branchen und Unternehmen sowie von Gesamtarbeitsverträgen ab.
Und zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite liegen die Vorstellungen deutlich auseinander. Bereits im August hatte der Arbeitnehmer-Dachverband Travailsuisse zwei Prozent mehr Lohn gefordert. Auch diese Forderung bezeichnete der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) als überhöht.
Der Arbeitgeberverband verweist laut SRF stattdessen auf eine Prognose der KOF der ETH Zürich. Diese rechnet für 2027 mit einem durchschnittlichen Nominallohnwachstum von rund einem Prozent. Damit liegt die Erwartung deutlich unter der aktuellen SGB-Forderung von 2,5 Prozent.
Krankenkassenprämien werden bei der Lohnrunde zum Thema
Besonders interessant für Arbeitnehmende ist der Zusammenhang mit den Krankenkassenprämien. Denn die Gewerkschaften argumentieren nicht allein mit der klassischen Teuerung. Der SGB rechnet zusätzlich 0,3 Prozent Lohnwachstum zur Abfederung steigender Krankenkassenprämien ein.
Der Arbeitgeberverband hält dagegen. Zwar könnten die Krankenkassenprämien prozentual stärker steigen als die Löhne. Bei einem durchschnittlichen Haushalt sei der Lohnzuwachs in Franken nach seiner Darstellung jedoch grösser als die zusätzliche Belastung durch die Prämien.
Damit dürfte die Entwicklung der Krankenkassenprämien auch beim diesjährigen Lohnherbst eine wichtige Rolle spielen.
Wie stark die Löhne 2027 steigen, entscheidet sich erst noch
Ob Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich ein Plus in der Grössenordnung von 2,5 Prozent erhalten, ist somit völlig offen.
Klar ist bislang lediglich die Ausgangslage: Der SGB geht mit einer Forderung von 2,5 Prozent in die Lohnrunde, TravailSuisse verlangt zwei Prozent, und von Arbeitgeberseite kommt deutlicher Widerstand.
Für Arbeitnehmende dürfte deshalb in den kommenden Monaten entscheidend sein, welche Abschlüsse die einzelnen Branchen und Unternehmen für 2027 erzielen.