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Panorama

Gardasee: 100.000 Euro für den Fang dieses Fisches

Im Gardasee hat sich der Europäische Wels ausgebreitet und kann die heimische Fischfauna beeinträchtigen. Die Region Venetien stellt deshalb Geld bereit, um die invasive Art einzudämmen.
David Hahn
heute um 12:47 Uhr

Der Europäische Wels (Silurus glanis) bereitet den Behörden am Gardasee Sorgen. Der grosse Raubfisch hat sich dort ausgebreitet und kann nach Einschätzung der Region Venetien heimische Fischbestände und das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen. Nun sollen Berufsfischer dabei helfen, seinen Bestand zu verkleinern.

Welse können heimische Fischbestände beeinflussen

Der Europäische Wels ist ein grosser, anpassungsfähiger Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum, zu dem zahlreiche Fischarten gehören. Die Art kann mehr als zwei Meter lang werden.

Für Menschen gelten Welse dagegen grundsätzlich nicht als besondere Gefahr. Einzelne aggressive Begegnungen sind zwar bekannt, ein gezieltes Jagdverhalten gegenüber Menschen ist jedoch nicht belegt. Auch für Berichte, wonach Welse am Gardasee Hunde gefressen haben sollen, gibt es keine belastbaren Belege.

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Bis zu 20.000 Euro pro Fischereibetrieb

Die Region Venetien stellt für das Programm insgesamt 100.000 Euro (rund 94.000 Franken) bereit. Förderberechtigte Berufsfischereibetriebe können bis zu 20.000 Euro (rund 18.800 Franken) erhalten. Der Beitrag kann 100 Prozent der anerkannten Ausgaben abdecken. Unterstützt werden unter anderem Investitionen in Ausrüstung für den Fang und die vorübergehende Lagerung der Tiere vor der Vermarktung.

Statt die gefangenen Welse lediglich zu entsorgen, sollen sie nach Möglichkeit als Lebensmittel vermarktet werden. Damit soll für die Fischereibetriebe zugleich eine zusätzliche Vermarktungsmöglichkeit entstehen.

Der Fang soll somit dazu beitragen, den Bestand des Welses im See zu reduzieren und gleichzeitig eine wirtschaftliche Nutzung der gefangenen Tiere ermöglichen.

WWF warnt vor unerwünschten Beifängen

Der WWF Bergamo-Brescia äussert Bedenken gegenüber Netzen, die zur Eindämmung des Welses eingesetzt werden. Darin könnten nach Einschätzung der Organisation auch grosse Exemplare anderer Fischarten wie Hechte und Forellen landen.

Zugleich warnt der WWF davor, die Debatte über invasive Arten im Gardasee allein auf den Wels zu konzentrieren. Die Organisation verweist auf weitere gebietsfremde Arten und fordert ein wissenschaftliches Monitoring sowie abgestimmte Massnahmen zu deren Eindämmung.

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