Schnee in den Bergen könnte zu Hochwasser führen
Wer schon länger im Linthgebiet lebt, erinnert sich vielleicht noch an das Jahrhunderthochwasser von 1999: Damals schmolzen im Frühjahr riesige Schneemassen in den Bergen, dazu kamen heftige Regenfälle. Das führte dazu, dass die Linth fast über die Ufer trat. Verschiedene Bäche führten grosse Wassermassen und richteten vielerorts Schäden an. Strassen und überbautes Gebiet wurden für längere Zeit überschwemmt.
«Lage nicht unterschätzen»
Dieses Jahr ist die Situation längst nicht so prekär. Trotzdem hat die Staatskanzlei gestern mitgeteilt, dass das Amt für Energie die Situation beobachte, weil derzeit überdurchschnittlich viel Schnee in den Bergen liege. Hans-Peter Wächter, Projektleiter Hochwasserschutz bei den Rheinunternehmen, erklärt: «Die aktuellen Schneemassen sind nicht zu unterschätzen, noch bis in den April hinein kann die Schneedecke dicker werden.»
Entscheidend sei auch, ob mit dem Einsetzen der Schneeschmelze viel Regen falle: «Passiert bei-des gleichzeitig, kann es zu Hoch- wasser und Überschwemmungen kommen.» Deshalb würden auch die Null-Grad- und die Schneefallgrenze beobachtet.
Die Schneedecke kann noch bis in den April hinein wachsen, bevor alles schmilzt.»Hans-Peter Wächter, Projektleiter Hochwasser
Vor 20 Jahren mussten die möglichen Wassermengen laut Wächter noch geschätzt werden. «Heute haben wir viel bessere Instrumente, das Bundesamt für Umwelt berechnet täglich neue Abflussvorhersagen für den Linthkanal und andere Gewässer.» Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung analysiere parallel die Schneemengen und den Verlauf der Schneeschmelze. «Anhand dieser Daten sowie der Wetterprognosen können Gefahrensituationen frühzeitig erkannt werden», sagt Wächter.