Das Turnen als Familiensache
«Fünf, sechs, sieben, acht», und schon schwingen die Turner des TV Malans an den Ringen durch die Turnhalle in der Bündner Herrschaft. Insgesamt beteiligen sich zwölf Turnerinnen und Turner an der Ringübung. Damit diese genügend Schwung haben, werden sie von fünf weiteren Vereinsmitgliedern jeweils angestossen. Unter den Turnern befinden sich Jürg und Mischa Liesch. Das Spezielle daran: Sie sind weder Brüder noch Cousins, sondern Vater und Sohn. «Ich denke schon, dass dies etwas Aussergewöhnliches ist», sagt Vater Jürg. Insbesondere weil beide aktiv an den Geräten mitturnen.
Gemeinschaft an erster Stelle
Er sei schon stolz, dass sein Vater auch noch mit 55 Jahren sehr viele schwierige Elemente an den Ringen turnen könne. «Ich glaube, das kann nicht jeder von seinem Vater behaupten», sagt Sohn Mischa. Dass er einmal in die Fusstapfen seines Vaters treten werde, bezweifelt der 21-Jährige allerdings etwas. «Mein Vater turnte sich bereits an den Schweizer Meisterschaften aufs Podest.» Die Messlatte sei also sehr hoch. Zudem gehe es im Turnverein auch nicht um ein Vater-Sohn-Duell. Denn die Gemeinschaft stehe an erster Stelle. «Wir wollen möglichst synchron turnen, da muss niemand den anderen überturnen», so Mischa weiter.
Das Turnen sei ihm eigentlich in die Wiege gelegt worden: «Bereits mein Grossvater war ein begeisterter Turner.» Und Vater Jürg ergänzt: «Meine Eltern konnten mir als Kind keine grössere Strafe geben, als das Turnen zu streichen.» Das Turnen sei daher auch oft zu Hause am Mittagstisch ein Thema. Sie seien zwar nicht immer, aber recht häufig derselben Meinung.