Nischenproduktpflege am Albulapass
Am Samstag ist erneut Slow-up Mountain Albula oder auf Deutsch autofrei unterwegs am Albulapass angesagt. Für einen Tag steht der Albulapass all jenen zur Verfügung, die sich mit eigener Kraft auf Rädern oder zu Fuss bewegen. Entlang der Strecke lädt zudem ein kulinarisch, kulturell und sportlich vielfältiges Rahmenprogramm zum Verweilen ein. Das beliebte Freizeitangebot steht auch am Beginn der Idee des «La Diagonela Summer Race», des 14 Kilometer langen Rollskirennens von Zuoz via La Punt auf die Albulapasshöhe.
«Ohne das Slow-up Mountain wäre unser Anlass nicht möglich», sagt Ramun Ratti, OK-Präsident von «La Diagonela», dem jeweils im Januar rund um Zuoz ausgetragenen Volkslanglauf im Rahmen der insbesondere in Skandinavien populären Skiclassics-Rennserie. Und weil sich Anfang September mit dem ohnehin für einen Tag vom Autoverkehr befreiten Albulapass vor der Haustüre ein idealer Ort für einen Wettkampf anbietet, veranstalten Ratti und seine Mitstreiter seit drei Jahren auch ein Rollskirennen.
Das «La Diagonela Summer Race»
Zwei Gründe gaben den Ausschlag für die sommerlichen Aktivitäten der Zuozer Langlauf-Organisatoren. «Es existieren kaum Rollskirennen in der Schweiz. In den letzten Jahren wurde der wettkampfmässige Vergleich in der Sommer-Basissportart der Langläufer stets beliebter. Wir wollen nun auch in der Schweiz unseren Athleten einen Wettkampf anbieten», erläutert Ratti. Das Konzept liess sich verheissungsvoll an. Gegen 100 Athletinnen und Athleten, Spitzen- und auch ambitionierte Breitensportler, waren im letzten Jahr am Start. Auch der dreifache Olympiasieger Dario Cologna nutzte kurzfristig die Startmöglichkeiten vor der Haustüre, was dem Anlass natürlich nochmals einen Schub in Sachen öffentlicher Wahrnehmung verlieh. Er feierte auf dem Albulapass einen standesgemässen Sieg. Ob der 31-jährige Münstertaler am Samstag (Start 15.30 Uhr) erneut antritt, ist noch unklar. Ratti hofft – wie im Vorjahr – auf die kurzfristige Anmeldung des Aushängeschildes.
Perl, Rüesch und Tschernoussow
Mit dem Engadiner Lokalmatador Curdin Perl sowie Jason Rüesch aus Davos sind derweil zwei Mitglieder des Langlauf-Nationalteams fix gemeldet. Dazu gesellt sich der Wahlbündner Ilya Tschernoussow. Der russische Ehemann der Biathletin Selina Gasparin gewann im Januar «La Diagonela» auf Schnee. Nun will er auf Asphalt ebenso nachdoppeln wie Katerina Smutna. Die Skiclassics-Gesamtsiegerin 2015 stellt sich am Samstag ebenfalls dem sommerlichen Härtetest unter Wettkampfbedingungen.
Der zweite Grund für die Ausrichtung eines Rollskirennens ist der Werbeeffekt für den eigentlichen Hauptanlass auf Ski im Januar. Zum Herbstbeginn wird die Werbetrommel gerührt. Das grosse Ziel für «La Diagnonela» 2018 ist die magische Barriere von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. «Wir liegen leicht über dem Meldestand des Vorjahres und sind zuversichtlich, dass wir die Marke durchbrechen werden», sagt Ratti. Die mittelfristige Zukunft des Anlasses ist derweil gesichert. Der Vertrag mit der Skiclassic-Rennserie wurde um drei Jahre verlängert. Was auch gleichbedeutend das Signal für weitere Aktivitäten am Albulapass ist.
Die Veranstalter sind optimistisch – Petrus weniger